Start Allgemein Zur Psychologie in der Musik I

Zur Psychologie in der Musik I

84

Es ist bekannt, dass etwa Leonardo da Vinci beim Malen seiner Gemälde sich gerne Musik vorspielen ließ. Ludwig van Beethoven musste viel Klavier üben. Machte er Fehler fing er eine Ohrfeige.

Freddy Mercury war da pragmatischer und meinte: „Ich möchte die Welt mit Musik nicht verändern. Ich schreibe gerne Songs für den modernen Konsum.“

Elvis Presley war da noch offener und meinte: „Ich verstehe nichts von Musik. Bei mir ist das nicht nötig.“ Ozzy Osbourne vermeinte gar: „Von allen Dingen, dich ich verloren habe, vermisse ich mein Hirn am meisten.“

Aber wie ist das nun mit dem Hirn, der Psychologie und der Musik?

Musik spielt eine wichtige Rolle in unserem Leben. Die Psychologieprofessorin Gabriela Ilie von der Dalhousie University in Kanada meinte in einem Interview mit Joshua Rapp Learn: „Jede Musik hat das Potenzial, die Kreativität zu fördern oder die Entscheidungsfindung zu beschleunigen. Es kommt auf die Qualitäten der Musik an[1].

In den 1990er Jahren wurde behauptet, dass die Musik von Mozart etwa das räumlich-zeitliche Denken verbessert. Über Nacht entstand daraus eine Industrie. Später folgte die Erkenntnis, dass diese Veränderungen zwar real sind, aber eher ein Artefakt der Stimmung sind. Gabriela Ilie führte in der Folge Kreativitätstests mit Musik durch. Diejenigen welche, klassische Musik hörten zeigten die höchsten Test-Scores. Die Analyse von Gabriela Ilie zeigte aber zudem, dass Kreativität auch mit einer positiven Stimmung korreliert war. Die Geschwindigkeit der Musik korrelierte ebenso mit der Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung, so Ilie.

Mozart meinte: „Das Notwendigste und das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo.“ Dennoch: Musik ist nicht in jedem Fall förderlich So konnte gezeigt werden Hintergrundmusik auch schlechtere Testergebnisse liefern kann. Musik kann das verbale Arbeitsgedächtnis empfindlich stören. Laut Ilie ist es daher wichtig den richtigen Zeitpunkt zur Darbietung der Musik zu wählen. Eigene musikalischen Vorlieben spielen ebenso keine Nebenrolle. Schon Igor Stravinsky meinte dazu: „Zu viele Musikstücke hören erst viel zu lange nach ihrem Ende auf.“

Forschungen haben gezeigt, dass Musik bei Menschen mit einer Alzheimer Erkrankungen wieder Erinnerungen weckt. Frank Zappa sagte etwa schon seinerzeit: „Information ist nicht Wissen, Wissen ist nicht Weisheit, Weisheit ist nicht Wahrheit, Wahrheit ist nicht Schönheit, Schönheit ist nicht Liebe, Liebe ist nicht Musik, Musik ist das Beste.“

Musik kann zudem Schmerzen lindern und psychische wie körperliche Leistungen steigern. Emotionen und Musikwahrnehmungen sind für unser Leben extrem wichtig geworden. So etablierte sich in den letzten Jahrzehnten die Musikwissenschaft zu einem wichtigen Forschungszweig.

Noch immer aber wird in vielen Bereichen zu wenig auf Musik geachtet. Die Kakophonie beschreibt etwa wie uns Hintergrundmusik nicht bekommt. Zu oft wird darauf zu wenig geachtet. Wenn wir in Bars, Einkaufszentren oder Restaurants gehen schlägt uns oft eine vollkommen inadäquate Musik entgegen. Am liebsten würden wir dann wieder hinaus gehen, aber tun es nicht. Dann schlingen wir unser Essen mit vielen unbekömmlichen Nebeneffekten hinunter, welche uns mehr schaden als nützen. Hier ist noch großer Nachholbedarf zu leisten. Wellness-Center haben diese Problematik schon sehr früher erkannt. Einkaufscenter und viele Essensanbieter hinken dem noch immer hinterher.

Dennoch Musik ist auch Kommerz. Die Beatles etwa waren sicher nicht nur antimateriell. John und ich haben uns wortwörtlich hingesetzt und gesagt: „Nun, lass uns einen Swimming Pool schreiben’“ so Paul McCartney (The Beatles)[2].

[1] https://www.discovermagazine.com/mind/exploring-the-effects-of-music-on-

[2] www.delamar.de

Salvatore Giacomuzzi