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WohnSachwerte eG – was auf sie zukommen wird, können sie sich heute noch nicht vorstellen

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Lassen Sie mich das zu Beginn des Artikels dann einmal so deutlich sagen. Das wird eine Insolvenz mit zum Teil dramatischen Folgen werden. Wir wollen hier niemanden „Angst machen“, aber wir wollen ganz deutlich aufzeigen, womit sie dann bei einem Insolvenzverfahren der Genossenschaft sicherlich rechnen müssen.

Der dann vom Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter ist als Dienstleister des zuständigen Insolvenzgerichtes, hier das Amtsgericht Weiden in der Oberpfalz, und in seiner Eigenschaft als Insolvenzverwalter dann dazu verpflichtet, die Masse für das Verfahren zu organisieren, heißt auf Deutsch, er muss schauen, welche Forderungen er, und gegen wen, hat.

Zu diesen Forderungen, die er hat, werden dann auch die noch offenen Genossenschaftsbeiträge zählen. Jene offenen Beiträge, die dann auf einen Schlag zur Zahlung fällig werden. Mag man nicht verstehen, ist aber nach dem deutschen Genossenschaftsrecht so. Diese Erfahrung haben tausende von Genossen bei der Insolvenz der Geno Wohnbaugenossenschaft eG bereits leidvoll machen müssen.

Das sieht auch Rechtsanwalt Jens Reime aus Bautzen so, Reime hat mittlerweile schon über 100 Mandate von betroffenen Mitgliedern der Wohnsachwerte eG, und auch er hat die Erfahrung gemacht, dass den investierten Genossen diese Situation gar nicht bewusst ist. Natürlich nehme ich mir dann auch die Zeit, um den Genossen dies zu erklären. Was kann man dagegen machen?

Nun, so Rechtsanwalt Reime aus Bautzen, das Beste ist es, sich einen Rechtsanwalt zu nehmen, der dann für die Genossen versucht, dies einvernehmlich mit dem Insolvenzverwalter zu regeln. Denn es hier auf einen Prozess ankommen zu lassen, könnte, wenn man den Prozess verliert, dann auch teuer werden.

Hat man keine Rechtsschutzversicherung, die dieses Risiko abdeckt, dann ist es das eigene Risiko. Bei einem angenommenen Streitwert von 9.000 Euro landet man, wenn man den Prozess verliert, schon bei über 3.500 Euro.

Da lohnt es sicherlich schon mit dem vom Insolvenzgericht bestellten Insolvenzverwalter eine vergleichsweise Erledigung anzustreben. Das werde ich sicherlich dann meinen Mandanten auch anraten, wenn der mit der Genossenschaft geschlossene Vertrag auch unbestritten ist, denn bei der WohnSachwerte eG soll es Genossen geben, „die gar nicht nachvollziehen können, wie sie zu dem Vertrag gekommen sind“, denn eigentlich hatten sie nur nach einem Kredit bei einem Kreditvermittler nachgefragt. Auch das, so Rechtsanwalt Reime, werde ich mir natürlich sehr genau anschauen und ggf. den geschlossenen Vertrag dann anfechten.