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Wirtschaftliche Sicherung am Arbeitsplatz

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Jede/r Arbeitnehmer /in ist Risiken ausgesetzt. Wenn er /sie sein Heim – Haus oder Wohnung – verlässt, dann meist, um zum Arbeitsplatz zu eilen. An dem will er /sie Werte für sich und seine /ihre Familie schaffen. Eilen? – Meist ist er /sie zu spät, weil andere Verpflichtungen ihn /sie aufgehalten oder er /sie zu spät aufgestanden ist. Der Vorabend war anstrengend, das Profilieren am Stammtisch, die Hoffnung auf Anerkennung und der Hinweis auf die eigenen, demnächst eintretenden Erfolge! Policen, mit denen man die Erwerbsunfähigkeit am Arbeitsplatz absichern kann, fristen ein Schattendasein. Dabei halten sie einige Fachleute für eine sinnvolle Alternative zur Berufsunfähigkeitspolice. Als Alternative kann wirtschaftliche Vorsorge gemeinsam mit dem Arbeitgeber – oder als Selbständige /r mit einem Finanzprogramm dienen.

Physiker, Ärzte und Chemiker werden am seltensten berufsunfähig. Wenn sie sich dennoch Gedanken darüber machen, haben sie es am besten: Ihnen stehen alle Optionen offen, wenn sie ihre Arbeitskraft absichern sollten. Ihre Beiträge fallen entsprechend geringer aus. Anders sieht es für körperlich tätige Beschäftigte aus. Gerüstbauer, Dachdecker und Bergleute zum Beispiel haben ein hohes Risiko, dass sie eines Tages den Beruf nicht mehr ausüben können: Jeden zweiten ereilt dieses Schicksal (s. Grafik).

Versicherer und Verbraucherschützer sind sich einig, dass für den Arbeitsplatz die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) die richtige Risikovorsorge ist. Eine BU zahlt im Versicherungsfall eine vom Beitrag abhängige Monatsrente. Die fließt, wenn der bisherige oder ein vergleichbarer Beruf zu weniger als 50 Prozent ausgeübt werden kann (vgl. Wehrmann, Frank; Marburg – FAZ 2017-12-07). Es gibt Berufsgruppen, die kritisch gesehen werden. Die Prämien sind dann selten zu finanzieren. Vorerkrankungen von Kunden können zu unbezahlbaren Prämien führen. Mit dem Konsens in der Branche wurden andere Versicherungs-Produkte an den Rand gedrängt. Für Verbraucher ist die BU nicht die einzige Lösung zur Sicherung am Arbeitsplatz. Der Bedarf von Berufstätigen unterscheidet sich. Betroffene wollen ihre Arbeitskraft absichern. Je nach beruflicher, finanzieller oder gesundheitlicher Situation können die Lösungen zu differenzieren sein.

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung könnte für den Arbeitsplatz als Option eine alternative Absicherung darstellen. Sicher ist, dass der gesetzliche Schutz nicht ausreichen kann, um Einkommenslücken zu schließen. Diese Police sichert nicht die Ausübung einer definierten Tätigkeit, sondern die Erwerbstätigkeit insgesamt. Dieser Versicherungsschutz greift, wenn der Versicherte weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Im Versicherungsvertrieb zieht eine Versicherung wegen Erwerbsunfähigkeit nicht. Versicherer sollen ebenfalls kein Interesse daran haben. Um sich abzusichern, ist diese eine Alternative. Diese deckt auch psychische Erkrankungen ab (vgl. Franke, Michael; Hannover – FAZ 2017-12-07). Weitere Policen funktionieren mit dieser Mechanik und stellen eine Berufsabsicherung dar.

Dread-Disease-Policen sichern Kunden gegen wirtschaftliche Folgen von Krankheiten wie Krebs oder Herzgefäß-Erkrankungen ab. Im Versicherungsfall wird eine Kapitalsumme ausgezahlt. Damit können sich Unternehmen gegen den Verlust den Arbeitsplatz eines Managers absichern. Aus der Versicherungsleistung können sie die Suche nach einem Nachfolger bezahlen.

 

Das Rating des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung basiert auf Kundenwünschen und Einschätzungen seiner Experten. Danach sind Sicherheit und Stabilität des Unternehmens am wichtigsten. Solvabilität, die Nettoverzinsung und die Abschlussquoten des Anbieters nehmen ein hohes Gewicht ein. Zu Leistungskriterien gehören die täglichen Arbeitsstunden, die ein Versicherter noch arbeiten können muss. Die dargestellten Versicherungsprogramme gewähren Leistungen mit unterschiedlichen Quoten. Diese liegen je nach Absicherung zwischen 50 und 85 Prozent, bezogen auf die Schadensmeldungen (vgl. Franke ebda.).

Zwei Beispiele: Akademiker melden häufig psychische Erkrankungen aufgrund von Leistungsdruck, die zur Berufsunfähigkeit von 100 Prozent führen können. Sie kämen mit dem Leistungsdruck nicht zurecht und kapselten sich ab. Mechatroniker müssen meist höhere BU-Beiträge erbringen, wenn sie eine Erwerbsunfähigkeit absichern wollen.

Es gibt weitere Absicherungsmöglichkeiten. Mit denen können die Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleichem Maße abgedeckt werden. Wer an dem Unternehmen seines Arbeitgebers beteiligt ist, verliert von diesem Wert bei Berufsunfähigkeit nichts. Beteiligten gehören Belegschaftsaktien. Diese erfreuen sich in Deutschland seit der Finanzkrise vor zehn Jahren bedingter Beliebtheit. Solide Unternehmen existierten vor und nach der Finanzkrise. Sachwertkapital bedeutet mehr Schutz als Geldwerte aus Versicherungsleistungen.

Teilhabe als Beispiel: Der Flughafenbetreiber Fraport gab 1,6 Millionen Mitarbeiteraktien aus (vgl. © Fricke, Helmut).

Einen Aufruf, „Berliner Appell“ genannt, haben Vertreter deutscher Unternehmen platziert. Sie wollen „Vermögensbildung in Mitarbeiterhand“ erreichen. Unterzeichnet haben Banken, technische Dienstleister wie die Frankfurter Fraport. Diese Unternehmensvertreter wollen von Politikern die Unterstützung mit Steuerfreibeträgen erreichen. Diese sollen möglich sein, wenn Mitarbeiter sich an dem Unternehmen beteiligen, in dem sie arbeiten. Das kann in Form von Belegschaftsaktien oder Stillen Einlagen erfolgen. Auf diese Weise kann die Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland gestärkt werden.

Für die Parteien scheint das Thema interessant zu sein. Solange andere politische Gespräche Vorrang haben, gibt es Zurückhaltung. Viele Ideenträger können sich vorstellen, dass die Mitarbeiterbeteiligung eine marktwirtschaftliche Altersvorsorge sein könnte, für die sich alle Parteien begeistern könnten. Die CDU hatte einen Passus zum Thema in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Initiatoren des Berliner Appells sehen darin positive Perspektiven (vgl. Zimmer, Matthias; Frankfurt/M. – FAZ 2017-12-07).

Bedarf und Risiken sind zu definieren. Die Finanzkrise hat vor zehn Jahren die Belegschaftsaktionäre in ihrer Zahl vermindert. Die 1 Million Belegschaftsaktionäre sollen der Anfang sein, um 1,3 Millionen zu erreichen. Das Kapitalbeteiligungsgesetz hat versucht die Grundlagen 2009 zu regeln. Damals wurde der Steuerfreibetrag für Mitarbeiter /innen erhöht. Wer sich am Unternehmen des Arbeitgebers beteiligt, erhält jetzt 360 Euro im Jahr. Heute wird dieser Betrag als zu niedrig empfunden. In anderen Ländern liegt er höher. Initiatoren wollen diesen Freibetrag auf mindestens 3000 Euro im Jahr hochsetzen.

Mitarbeiter sind in Unternehmen zuverlässige Anteilseigner. Positive Auswirkungen auf die Motivation werden erwartet. Mitarbeiter, die am Unternehmen beteiligt sind, sollen laut Untersuchungen motivierter und engagierter arbeiteten. Belegschaftsaktien sind im Vergleich zu Geldwerten aus Versicherungsverträgen die bessere Form der Altersvorsorge. Die sozialpolitische Idee sollte greifen, um die Gegensätze zwischen dem Verständnis der Begriffe von Arbeitern und Kapitalisten aufzuheben. Arbeiter werden zu an Sachwerten orientierten Kapitalisten.

Diese Verwischung der Rollen wird von Gewerkschaften nicht geschätzt. Die Steuervergünstigung ist juristisch umstritten, da eine Gleichbehandlung mit anderen Vorsorgemöglichkeiten in Frage gestellt wird. Für Mitarbeiter kann ein „Klumpenrisiko“ entstehen. Dies kann geschehen, wenn sie neben ihrem Arbeitseinkommen vom Fortbestand eines Unternehmens und ihrer Altersvorsorge abhängig sind. Wenn Arbeitnehmer sich nicht als Schwerpunkt auf „ihr“ Unternehmen konzentrieren, sollten Obergrenzen beachtet werden. Die Fraport AG favorisiert nach erstem Versuch das aktualisierte Aktienmodell. Mitarbeiter können verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten wählen (vgl. FRAPORT, Frankfurt/M.).

  • Wirtschaftliche Sicherung von Gesundheit und
  • der Position am Arbeitsplatz
  • SZ-17.49-1