Start Allgemein Unterstützt „TEST“ aus Steuergeld Mandantenjagd der Interessengemeinschaft UDI?

Unterstützt „TEST“ aus Steuergeld Mandantenjagd der Interessengemeinschaft UDI?

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Ganz klar aus unserer Sicht lässt eine Antwort der Stiftung Warentest auf eine Presseanfrage unserer Redaktion, diese Interpretation durchaus zu. Recherchieren wir zu einem Thema, dann dauert das oft mehrere Tage, ja manchmal auch Wochen, da wir oft durch eine erste Berichterstattung neue wichtige Hinweise bekommen. Hinweise, die wir vorher eben nicht kannten.

So ging es uns auch im Vorgang Interessengemeinschaft UDI. Ein Leser unseres Internetblogs hatte uns auf eine vermeintliche Werbung für die Interessengemeinschaft UDI auf dem Internetblog der Stiftung Warentest aufmerksam gemacht. In der Tat, er hatte Recht, denn diese Werbung kann man schon ungewöhnlich nennen. Das auch, weil die Stiftung Warentest eher dafür bekannt ist, Mandantenwerbung über Interessengemeinschaften kritisch zu sehen.

Gibt man heute auf der Seite von „TEST“ den Suchbegriff „Interessengemeinschaft“ ein, dann bekommt man insgesamt 26 Suchergebnisse, schaut man sich diese wiederum genauer an, dann finden möglicherweise auch Sie die „Werbung“ für die IG UDI mit einem Bericht ungewöhnlich. Nichts anderes ist der Artikel den die Stiftung Warentest da veröffentlicht hat.

Eine einfache Recherche zu der IG hätte aber ergeben, dass die IG ihren Sitz in einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei hat. Damit so unser User, betreibt man doch ganz klar auch Werbung für diese Kanzlei. Genau das kann man dann so sehen, und war der Grund dafür, warum wir der Stiftung Warentest dann eine Presseanfrage übermittelt hatten. Liest man die Antwort, dann kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln, aber diese Meinung sollten sich unsere Leser dann bitte selber bilden.

Zitat:

zu Ihrer unten stehenden Anfrage nehmen wir wie folgt Stellung:

Die Stiftung Warentest ist unabhängig und vertritt die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir haben die Firma UDI 2018 auf unsere Warnliste gesetzt und seitdem regelmäßig berichtet, weil es hohe Risiken gab, dass die Anlegerinnen und Anleger mindestens einen großen Teil ihrer Anlage verlieren könnten.

Dieser Fall ist nun leider eingetreten. Damit die betroffenen Anlegerinnen und Anleger ihre rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und damit den Schaden wenigstens begrenzen können, ist es unserer Erfahrung nach von Vorteil, wenn sie sich zusammenschließen. Wir haben daher über die Gründung der IG UDI berichtet und die Kontaktadresse veröffentlicht.

Es liegt nahe, dass sich Interessensgemeinschaften anwaltliche Vertretung suchen. Darauf haben und nehmen wir keinen Einfluss, ebenso gibt es selbstverständlich keine finanziellen Zuwendungen der jeweiligen Kanzleien. Sollte es weitere Interessensgemeinschaften geschädigter Anlegerinnen und Anleger geben, würden wir auch über diese berichten, sofern wir sie für seriös halten und wir davon ausgehen, dass die Interessensgemeinschaft geschädigten Anlegerinnen und Anlegern eine Hilfe sein könnte.

Zitat Ende

Nun geht unser Informant aber noch einen Schritt weiter. Natürlich fragt er sich, „wie es ausgerechnet die IG UDI geschafft hat, auf die Seite von Test zu kommen? Er hat eine Vermutung, denn die IG UDI bedient sich eines Internetforums eines „Mitarbeiters der Stiftung Warentest“. Da kann man schon auf den Gedanken kommen, dass dies einer der Gründe gewesen sein könnte, warum dieser Artikel so veröffentlicht wurde. Natürlich ist das „Spekulation“. Insofern mag es eine „logische Erklärung für unseren User sein“, aber konkrete Nachweise gibt es dafür nicht. Erstaunlich ist aber, dass die Stiftung Warentest auf diese Frage nicht geantwortet hat.

Weder unser User noch wir werden den Vorgang nun auf sich beruhen lassen, denn wenn man einer Intendantin eines öffentlichen Rundfunks ein Fehlverhalten vorwirft, dann muss man auch solcher „Schleichwerbung“ dann bitte nachgehen.