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Unseriöse Schneeballsysteme und Betrugs-Systeme erkennen

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Betrugssysteme erkennen – es gibt untrügliche Warnzeichen, die jedermann sehen kann. Wenn nur einer der hier genannten Punkte anzutreffen ist, dann ist ein Investment nicht sinnvoll, Zwischenruf von Dr. Thomas Schulte, Berlin

Reich werden ohne etwas zu tun!

Geld ist den Menschen wichtig. Geld zu erlangen mittels ehrlicher und harter Arbeit aber anstrengend. Gesellschaftlich anerkannt sind diejenigen, die Gelder generieren ohne schwere Arbeit. Sozusagen: in der Sonne sitzen und leckere Getränke schlürfen und trotzdem Geld verdienen. Das ist zwar unmöglich, aber irgendwie ist der Gedanke für fast 100% der späteren Opfer schön und löst ein wohliges Gefühl aus.
PublicDomainPictures (CC0), Pixabay
Betrüger rufen: „Gib mir Dein Geld, Du wirst reich.“ Betrüger prognostizieren ein erhebliches Vermögenseinkommen bei einem ZU-Warten. Das kommt den Opfern entgegen (der Mensch neigt dazu, das Fleisch der anderen Neandertaler mit zu vertilgen ohne sich vorher den Anstrengungen einer ausgedehnten und gefährlichen Jagd auszusetzen).
Das Opfer muss also nur Geld geben und dann einen Zeitraum warten. Auch das kennen die Menschen und sind vertraut mit diesen Strategien. Kinder warten auf Weihnachten, Schüler auf den Schulabschluss, Verliebte auf die Heirat, Arbeiter auf die Rente, Lottogewinner auf die Auszahlung des Lottogewinns. Die ganze abendländische Kultur baut auf dem WARTEBEGRIFF auf. Religionen versprechen z.B. das Leben nach dem Tode. Da warten die Gläubiger also ihr gesamtes LEBEN. Also – wenn die Menschen etwas können – dann ist es warten.

Was ist Vermögenseinkommen? Geld geben und warten – das ist Vermögenseinkommen!

Das Lexikon sagt: „Das Vermögenseinkommen ist das Einkommen abzüglich der getätigten Ausgaben, das der Eigentümer eines Vermögenswertes oder von nicht produziertem Sachvermögen (Grund und Boden) während des Einkommens Bezugszeitraums als Gegenleistung erhält, dass er einer anderen institutionellen Einheit finanzielle Mittel oder nicht produziertes Sachvermögen zur Verfügung stellt.“
Mit anderen Worten: Jemand gibt Geld und bekommt eine Rendite oder Zinsen.
Das Vermögenseinkommen ist minimal. Das ist traurig, aber die Wahrheit. Laut vorliegender Daten fällt das Vermögenseinkommen aktuell in Europa.

Quelle statistisches Bundesamt

Dort heißt es:
„In jeweiligen Preisen gerechnet waren das Bruttoinlandsprodukt und das Bruttonationaleinkommen im 1. Quartal 2019 u…während das Arbeitnehmerentgelt um 4,7 % höher war als im 1. Quartal 2018, gingen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach ersten vorläufigen Berechnungen um 2,6 % zurück.”

Zurzeit gibt es wenig Zinsen.

Warum stellen Betrüger einen hohen Gewinn in Aussicht?
Bekanntlich schlägt niemand den Markt auf Dauer. Betrüger stimmen trotz der statistischen Unwahrscheinlichkeit optimistische Töne an. Fakt ist, dass seit Ende des Mittelalters vor 500 Jahren die Naturwissenschaft herrscht. Das bedeutet, dass ein hoher Gewinn zu beweisen ist. Menschen scheuen das Risiko des Geldverlustes und behalten ihr Geld lieber bei sich. Betrüger behaupten: hoher Gewinn bei wenig Risiko.

Hoher Gewinn, kein Risiko? Gibt es nicht!

Zwischenergebnis: Wer Lotto spielt, hat ein extrem hohes Risiko und eine extrem hohe Renditeerwartung. Wer sein Geld sicher anlegen will, hat einen extrem niedrigen Zins.
Weitere Negativmerkmale von Betrugssystemen
Beim Prime Bank Betrug (PBB) mit Standby Letters of Credit (SLC), Prime Bank Guarantees (PBG), Prime Bank (-Promissory-) Notes (PBN), (Prime-) Bank Debentures, Mid Term Notes (MTN) und ähnlichen Instrumenten treten regelmäßig die gleichen Betrugs-Charakteristika in Erscheinung:
Die von Bank Betrügern in Aussicht gestellten risikofreien oder mit geringem Risiko erzielbaren extrem hohen Renditen in Größenordnungen von 20 bis zu 200 % haben mit der Realität nichts gemein. Bekanntlich sind Rendite und Risiko von Veranlagungen (Investments) sind eng miteinander verbunden: ein höheres Risiko bringt mehr Chancen auf gute Renditen und eine größere Gefahr, Geld zu verlieren. Umgekehrt bedeutet ein geringeres Risiko eine niedrigere Rendite. Exorbitante Renditen bei keinem oder geringem Risiko sind im realen Finanzmarkt nicht existent.

Realistische Rendite ist marktkonform

Um einen Anhaltspunkt/Vergleichsmaßstab (Überblick) zu bekommen, welche Renditen bei geringem Risiko im Zeitablauf am Kapitalmarkt erzielbar waren bzw. sind, erläutert durch heranziehen der Umlaufrendite beispielsweise die Deutsche Bundesbank. Die Umlaufrendite der Deutschen Bundesbank bezieht sich auf Anleihen, die in Deutschland begeben wurden, deren Ursprungslaufzeit mehr als vier Jahre und deren Restlaufzeit mehr als drei Jahre beträgt. Die Umlaufrenditen sind vielbeachtete Indikatoren für die Zinsentwicklung und werden als Referenzgrößen in der Rechtsprechung und von der Kreditwirtschaft verwendet.
Die Umlaufrendite schwankt zwischen 0 und 4,5 % pro Jahr. Damit wird deutlich, dass in Aussicht gestellte Renditen bei keinem oder geringem Risiko unrealistisch waren bzw. sind. Dies gilt vor dem Hintergrund von Renditen spekulativer Anlagen wie Hedgefonds, die gezielt Derivate und sonstige Hebelprodukte einsetzen. Die durchschnittlichen Renditen liegen zwischen 5 und 10 % per anno, in guten Jahren bis zu 15 % per anno.
Der Glaube an Phantom Märkte begeistert die Menschen
KELLEPICS (CC0), Pixabay
Um die risikolosen, exorbitanten Renditen für Anleger glaubhaft darzustellen, behaupten Betrüger, es bestehe ein geheimer bzw. exklusiver Markt. Zusammengefasst unter dem Griff „Phantom Markt“. Diese Behauptung dient als Begründung, dass wenige Privilegierte von diesem Markt wissen und von den sensationellen Renditen profitieren. Andererseits schützen sich Betrüger mit dieser Behauptung präventiv vor allfälligen Versuchen einer Überprüfung ihrer Angaben zu den vermeintlichen Geschäften seitens potentieller Opfer. Beispielsweise wird argumentiert, die meisten Bankangestellten wüssten auf Anfrage nichts von diesen Geschäften oder würden deren Existenz abstreiten, weil die Bank (insgeheim) von den hoch rentablen Anlagen profitiert. Die Kundenberater der Bank stünden unter Verkaufsdruck und würden am liebsten die unattraktiven eigenen Anlageprodukte der Bank an den Mann bringen?
Die angeblich unerlässliche Geheimhaltung der lukrativen Anlagemöglichkeiten ermöglicht es, potentielle Investoren, die konkrete Details über die Anlage wünschen, mit einigen allgemeinen Auskünften abspeisen. Damit dispensiert die angebliche Vertraulichkeit die Täterschaft beispielsweise davon, den Opfern konkrete – und damit überprüfbare – Namen allfälliger Geschäftspartner bzw. Komplizen im Ausland zu nennen oder ihnen irgendwelche Bank- oder andere Originalunterlagen betreffend die vermeintlichen Geschäfte vorzulegen.

Sicherheit

Betrüger gaukeln ihren Opfern vor, dass das angelegte Kapital hohe Renditen abwirft, wobei gleichzeitig das Investitionskapital zu 100 % abgesichert sei.

Vertragskonstruktionen

Mandats- und Treuhandverträge
Um die fiktiven Handelsgeschäfte real erscheinen zu lassen, werden mit den Anlegern schriftliche Mandats- oder Treuhandverträge geschlossen. Die Treuhandverträge dienen den Investoren zur Teilnahme an den vermeintlichen hoch rentablen Geschäften. Die typische Verteidigungsstrategie der Anbieter oder anderen in den Betrug involvierten Personen umfasst regelmäßig die Behauptungen:
An die Existenz der angebotenen Programme wird geglaubt.
Selbst ein Opfer von Betrügern oder unehrlichen Geschäftspartnern geworden zu sein ist ein bekanntes Gefühl.
Speziell für den Abschluss entsprechender Verträge werden von den Kriminellen oder ihren Mittelsmännern teilweise weitere Briefkastenfirmen, sogenannte „Front Companies“ gegründet. Über deren Konten wird später das vereinnahmte Geld transferiert und gewaschen. Begründet wird dies mit angeblichen steuerlichen Vorteilen. In Wirklichkeit geht es hier um die Verschleierung des deliktischen Hintergrunds der Geschäfte und den Schutz der Hintermänner vor straf- und zivilrechtlicher Verantwortlichkeit. Für die geschilderten Verträge und Agreements verwendeten Vertragstexte werden von den Drahtziehern krimineller Anlagegeschäfte mit Bankinstrumenten von „Berufskollegen“ abgeschrieben oder Unterlagen, welche die Existenz der offerierten High-Yield-Anlagen belegen, werden kopiert und untereinander weitergeben. Erstaunlich ist nicht, dass in verschiedenen Fällen ähnliche Verträge und Unterlagen sowie die gleichen Pseudo Fachausdrücke vorkommen. Komplexe Transaktionsstrukturen sind auffällig. Ein maßgebliches Kennzeichen des Betrugs ist die Tatsache, dass die Täter eine einfache Kauf- und Verkaufstransaktion in einem umfangreichen Vertragswerk bewusst extrem verkomplizieren, sodass es aus sich heraus nicht verständlich bzw. teilweise unsinnig ist.
Jetzt das wichtigste: kleine Testlügen, um zu prüfen, ob jemand hereinfällt.

Pseudo Fachsprache

Die überwiegende Anzahl der Anleger ist mit den angebotenen Veranlagungsprodukten in keiner Weise vertraut. Vor allem, wenn es sich um solche mit Auslandsbezug handelt. Die grundlegenden Funktionsweisen der Geld- und Kapitalmärkte sind unbekannt. Diese Unkenntnis der meisten Anleger vom realen Ablauf bestimmter Bankgeschäfte und der komplexen Funktionsweise des Finanzmarktes sind die Geschäftsgrundlage der Betrüger. Nicht verwundert, dass die Betrüger im Zusammenhang mit Bankinstrumenten eine eigene Pseudo Fachsprache entwickelt haben. Diese Real Bank-Fachbegriffe verwenden sie in der Anleger Kommunikation und werden mit erfundenen Ausdrücken kombiniert, zu neuen Wortkreationen umgestaltet oder in sachfremden Zusammenhang verwendet. Mit diesen Pseudo Fachausdrücken wird potentiellen Opfern der Eindruck vermittelt, es ginge um reale Geschäfte. Dabei spekulieren die Betrüger zum einen darauf, dass ihre Opfer mangels Fachkenntnis nicht in der Lage sind, die richtigen Fragen zu stellen und es ihnen peinlich wäre, ihre Unwissenheit durch unqualifizierte Nachfragen zu offenbaren. Zum anderen sind inexistente Fachausdrücke ein geeignetes Mittel, um clevere Investoren von den dubiosen Angeboten fernzuhalten. Sie behaupten irgendwelche Programme oder Dinge, die es nicht gibt. Typisch ist eine Hoffnung spendende Bezeichnung.