Start Anlegerschutz PIM Gold Skandal – ein neuer Skandal im Vorfeld der Gläubigerversammlung?

PIM Gold Skandal – ein neuer Skandal im Vorfeld der Gläubigerversammlung?

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Kopfschütteln, das war unsere erste Reaktion in unserer Redaktion, so Thomas Bremer vom Internetportal diebewertung.de aus Leipzig. Auf den 2. Blick könnte sich das Schreiben aber dann noch als möglicher „Skandal im Skandal“ herausstellen.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir da etwas nicht mitbekommen haben, aber solch ein Schreiben eines Insolvenzverwalters kurz vor einer Gläubiger-Versammlung finden wir dann schon sehr außergewöhnlich.

Das haben wir zumindest in 10 Jahren unseres Bestehens noch nicht erlebt.

Wir gehen bis jetzt davon aus, dass es derzeit gar keinen Grund gibt, den derzeit vom Amtsgericht Offenbach, dem zuständigen Insolvenzgericht, bestellten Insolvenzverwalter in Frage zu stellen. Jeder andere Insolvenzverwalter würde sicherlich auch so handeln, wie der jetzige Insolvenzverwalter bis heute gehandelt hat. Ohne wenn und aber!

Mit Ausnahme dieses Schreibens.

Nun gibt es Unruhe in einem Vorgang, die so gar nicht hätte sein müssen, denn hier kommen natürlich direkt wieder Spekualtionen auf, die bis hin zu Verschwörungstheorien gehen.

Hier wird von Seiten des Insolvenzverwalters eine Rechtsanwaltsgesellschaft empfohlen, um die Anleger, die möglicherweise noch nicht von einem Rechtsanwalt vertreten sind oder nicht auf der Gläubigerversammlung vertreten sind oder selbst teilnehmen können, dann doch auf der Gläubigerversammlung zu vertreten.

Noch ungewöhnlicher ist dann aber, dass dies sogar ohne Kosten für den betroffenen Anleger geschehen soll. Damit stellt sich der Insolvenzverwalter eigentlich in direkte Konkurrenz zu den Rechtsnwälten, die bisher in dem Vorgang aktiv sind, dafür aber verpflichtet sind, von dem Rechtsanwalts-Vergütungs-Gesetz her natürlich dem Anleger Kosten zu berechnen. Ob diese Rechtsanwälte das so hinnehmen werden, ist dann eine andere Frage.

Kritisch finden wir das Schreiben aber auch aus einem möglichen anderen Gesichtspunkt, denn natürlich könnte man jetzt auch darüber spekulieren, dass der Insolvenzverwalter möglicherweise hier versucht, einer Kanzlei „unbesetzte Mandate“ zu zu schustern. Dieser Spekulation setzt er sich unüberlegter- und unnötigerweise dabei sicherlich aus.

Er ist der Einzige in dem gesamten Insolvenzverfahren PIM, der weiß, welcher Anleger bereits von einem Rechtsanwalt vertreten wird. Vergleicht er möglicherweise die Liste der vertretenen Anleger mit der Liste der Gesamtanleger, fallen natürlich genau die durchs Raster, die möglicherweise noch nicht vertreten werden.

Nun haben wir das Schreiben einmal an die für die empfohlene Rechtsanwaltskanzlei zuständige Rechtsanwaltskammer mit Bitte um Prüfung und Stellungnahme weitergeleitet. Das zuständige Insolvenzgericht haben wir ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten.

Nochmals, für uns ist nicht nachvollziehbar, warum solch ein ungewöhnliches Schreiben nun in der Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt herumgeistert.

Noch merk-würdiger ist, dass Dr. Renald Metoja dann selber noch Vorstand der empfohlenen Rechtsanwaltsgesellschaft ist. Man muss auch mal hinterfragen, ob dieses Schreiben nicht wettbewerbswidrig ist.

FireShot Capture 046 – Rechtsanwälte – Depré RECHTSANWALTS AG – www.depre.de

Eigentlich müsste das zuständige Insolvenzgericht diese möglichen Mandate für die genannte Rechtsanwaltsgesellschaft „nicht werten“.

Genau dieses Schreiben könnte jetzt eine Unruhe in ein Verfahren bringen, die gar nicht erforderlich war. Möglicherweise äußert sich der Insolvenzverwalter aber einmal selber zu dem ungewöhnlichen Vorgang. Spätestens auf der anstehenden Gläubigerversammlung wird dann darüber sicherlich diskutiert werden.