Start Anlegerschutz PICCOR AG- Millionenschaden für Anleger?

PICCOR AG- Millionenschaden für Anleger?

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Millionenschaden für Anleger?
Millionenschaden für Anleger? | © CC0/pixabay.com

Durch die Weihnachtszeit war es natürlich überall etwas hektischer, insofern ist bei vielen Anlegern das Thema „PICCOR AG“ derzeit erst richtig in den Focus geraten. Im 3-stelligen Millionenbereich, so ein Insider, könnte der Schaden für die Anleger liegen. Nun hat sich auch ein „Frontmann“ des Unternehmens in der Redaktion von diebewertung.de aus Leipzig gemeldet. Das mit einer Stellungnahme. Diese wollen wir ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Thomas Entzeroth: Kunden sollten nicht auf Werbeslogans hereinfallen

Die Situation bei der PICCOR AG ist momentan unübersichtlich. Die PICCOR AG ist ein Mitglied des „PICAM Unternehmensverbundes“, Kunden haben sich an dem von der PICCOR AG gehaltenen-Vermögensverwaltungsmandat beteiligt. Im Augenblick haben wir nur wenig gesicherte Erkenntnisse, welche Umstände zu einer möglichen Schädigung von Anlegern führten – jedoch arbeiten alle Verantwortlichen mit Hochdruck an einer Lösung im Sinne der Anleger, erklärt Thomas Entzeroth.

Es war viele Jahre eine Erfolgsgeschichte. Kunden aus dem Kreis des PICAM Unternehmensverbundes, einem Netzwerk freier Berater, Rechtsanwälte und Steuerberater wie Wirtschaftsprüfer haben sich an einem Vermögensverwaltungsmandat der Schweizer PICCOR AG beteiligt, das von einem externen Vermögensverwalter gemanagt worden ist. Dabei sind laufend hohe Erträge ausgeschüttet worden, bis es zuletzt zu Unregelmäßigkeiten bei Auszahlungen, Abrechnungen und der allgemeinen Kommunikation gekommen ist.

„Als die Abrechnungen seitens der Vermögensverwaltungsgesellschaft vor kurzem eingestellt wurden, haben wir zusammen mit der PICCOR AG umfangreiche Aufklärungsmaßnahmen unternommen. Dabei mussten wir gemeinsam mit der PICCOR AG feststellen, dass keinerlei Kontakt mehr zu den bisherigen Gesprächspartnern bei der Vermögensverwaltungsgesellschaft hergestellt werden konnte, und es gibt dort auch keine neuen Gesprächspartner“, sagt Thomas Entzeroth vom PICAM Unternehmensverbund und zugleich Vorstandsvorsitzender der etablierten Corporate Finance-Boutique Swiss Finance Group AG aus Baar im Kanton Zug.

Er macht klar: „Das Verhalten der Vermögensverwaltungsgesellschaft rechtfertigt den dringenden Tatverdacht einer strafbaren Handlung. Da unsere Möglichkeiten der Aufklärung erschöpft waren, habeich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gegen die Verantwortlichen der Vermögensverwaltungsgesellschaft zum Schutz der Kunden und deren Vermögen gestellt und die Staatsanwaltanschaft um Unterstützung bei der Aufklärung des Sachverhalts ersucht; mittlerweile ist auch die Schweizer Staatsanwaltschaft durch mich informiert worden“

Dementsprechend sensibel verfolgt Entzeroth die aktuellen Entwicklungen – schließlich kämpft er um das Vermögen seiner Kunden. „Momentan ist die Situation in der Tat unübersichtlich. Aber wir verwahren uns in aller Form gegen Vorwürfe, die gegen uns in einigen Online-Artikeln erhoben werden. Die in den Beiträgen aufgeworfenen Aussagen und Vermutungen sind zu weiten Teilen völlig falsch beziehungsweise vermischen Sachverhalte erheblich. Ob dies einfach nur aus Unkenntnis heraus geschieht oder weil vorsätzlich, können wir nicht nachvollziehen. In jedem Falle ist klar, dass hier möglicherweise ganz andere Ziele verfolgt werden, sagt Thomas Entzeroth.

Dabei bezieht sich Entzeroth vor allem auf Beiträge eines im Bank- und Kapitalmarktrecht tätigen Rechtsanwalts einer Frankfurter Kanzlei, der seit einigen Wochen im Internet versucht, Mandate von Anlegern der PICCOR AG zu generieren. „Der Rechtsanwalt zweifelt unsere Aktivitäten an, dass wir alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um den Sachverhalt aufzuklären und das Vermögen unserer Anleger bestmöglich zu schützen. Dabei geht er sogar soweit, meine Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft in Frage zu stellen. Gut, dass jedem Leser schnell klar wird, dass ich sicher nicht auf die Idee kommen würde, zu behaupten, es gäbe eine Verdachtsanzeige, wenn dem nicht so wäre. Desweiteren versuchen wir derzeit mit anwaltlicher Hilfe, eventuell bei der Vermögensverwaltungsgesellschaft vorhandene Gelder zu sichern. Für unsere Kunden haben wir auch die Möglichkeit geschaffen, sich der Verdachtsanzeige anzuschließen, um die Wichtigkeit des Sachverhalts bei der Staatsanwaltschaft Berlin weiter hervorzuheben. Daher ist es alles andere als hilfreich, wenn ein Rechtsanwalt versucht, einzelne Anleger davon abzubringen und in Mandate zu locken, um mittels eigener Rechtsanwälte Strafanzeigen gegen Organe der PICAM GmbH und der PICCOR AG zu stellen.“ Auch der Verantwortlichen sei indes wichtig, dass sich jeder betroffene Anleger juristischen Rat einhole: „Dies haben wir seit Beginn der Unregelmäßigkeiten in jeder Kommunikation mit Anlegern wie auch Beraterkollegen heaus gestellt.“

Sicher wird es auch Anwälte geben, die willens und in der Lage sind, sauber zu differenzieren, damit deren Mandanten zu ihrem Recht kommen. Beispielsweis hat die PICAM GmbH mit den Vorgängen überhaupt nichts zu tun habe, wie Thomas Entzeroth herausstellt. „Die Gesellschaft arbeitet im Vertrieb von Anteilen an Investmentfonds als Finanzanlagenvermittler nach § 34f der Gewerbeordnung mit renommierten, streng BaFin-regulierten Finanzdienstleistungsinstituten zusammen und steht in keinerlei Geschäftsverhältnis mit der PICCOR AG oder dem PICAM Unternehmensverbund.

Das gleiche gilt für Unternehmen mit der Firmierung VARIAN: diese Unternehmen stehen unter den Finanzmarktaufsichten in ständigem Dialog und Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben zur Erbringung von Finanzdienstleistungen. Es ist beschämend, wie sich ein Fachanwalt für Kapitalmarktrecht noch nicht einmal die Mühe macht, diese Tatsachen zumindest für sich sauber zu recherchieren. Es wäre also schön, wenn der Rechtsanwalt zumindest die Tatsachen nicht durcheinanderwerfen und völlig unbeteiligte Unternehmen und deren Organe in die Sache hineinziehen würde.“

Ebenso steht der Verdacht auf ein Schnellballsystem im Raum. „Ein Schnellballsystem zeichnet sich dadurch aus, dass wesentlich weniger Gelder ausgezahlt als eingenommen worden sind und später eingestiegene Anleger so gut wie immer benachteiligt werden. Diese Umstände sind bislang nicht geklärt und es ist fachlich unsauber, Vorverurteilungen vorzunehmen – insbesondere sofern dies ein Fachanwalt für Kapitalmarktrecht tut. Bis vor kurzem sind alle Anleger mit Ausschüttungen bedient worden, inklusive der Erträge. Auch hierbei ist Wissen mehr wert als Spekulation.“

Entzeroth kann nachvollziehen, dass Kunden unruhig sind. Er versichert aber: „Alle Beteiligte haben sich einer transparenten Informationspolitik unterworfen und stehen an der und auf der Seite der Anleger. Wir sind weiterhin Partner und Begleiter der Anleger und verfolgen nur das eine gemeinsame Interesse: die Vermögen zu schützen. Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Jeder Anleger muss sich bei aller Nervosität nur die Frage stellen, was die typischen Anzeichen für Betrug sind: Die Schuldigen sind meist nicht erreichbar, die Büros geschlossen, und die Ermittlungsbehörden müssen langwierig auf eigene Initiative hin ermitteln.“ Beim PICAM Unternehmensverbund ist dies alles nicht der Fall: Alle Beteiligten sind erreichbar und unterhalten weiter Büros und Anlaufstellen. Es wurden auf eigene Initiative hin Verdachtsanzeigen bei deutschen wie Schweizer Ermittlungsbehörden erstattet. Zudem erfolgen Sicherungsmaßnahmen mit anwaltlicher Hilfe, um das nach eigenen Recherchen noch vorhandene Vermögen vor unbefugtem Zugriff Dritter zu schützen.

Hier auch ein lesenswerter Bericht aus dem Jahre 2016 der „WELT“

https://www.welt.de/finanzen/article156858134/So-serioes-ist-das-20-Prozent-Rendite-Versprechen.html