Start Wirtschaft Nahrungsergänzungsmittel boomen

Nahrungsergänzungsmittel boomen

126

Die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie funktioniert sehr gut. Ihrer Werbung zufolge, der man nicht entgehen kann, ist das Leben von deren Produkten abhängig. Ohne wären wir ständig krank und kraftlos.

Daher verwundert es nicht, dass in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie die Produktion und der Absatz dieser Mittel steigt. Wie das Statistische Bundesamt nämlich mitgeteilt hat, wurden 2021 in Deutschland rund 202.000 Tonnen davon produziert. Das entspricht einer Steigerung von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vor-Corona-Jahr 2019 lag die Produktion noch bei „nur“ 162.000 Tonnen.

Unter Nahrungsergänzungsmittel fallen Produkte wie Calcium- oder Magnesium-Brausetabletten, Johanniskrautdragees, eiweißhaltige Trinknahrung und Kieselerde oder Zink-Hefe-Kapseln. Seit 2019 werden sie in der Produktionsstatistik gesondert erfasst.

Der Wert der produzierten Mittel ist im selben Zeitraum um 13,1 % gestiegen, von knapp 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf gut 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2021. Die Industrie verdient also recht gut an diesen Stoffen. Ob dieser Trend anhält, ist derzeit unklar. Im zweiten Quartal 2022 lag die Produktionsmenge unter der des zweiten Quartals 2021, wobei hier Lieferengpässe und gestiegene Preise für Vorprodukte und Energie eine Rolle spielen dürften.

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Unternehmen, die in Deutschland Nahrungsergänzungsmittel herstellen: von 52 Unternehmen im Jahr 2019 auf 59 Unternehmen im Jahr 2021.

Und das, obwohl bei einer ausgewogenen Ernährung in Deutschland die meisten ohne diese Mitel auskommen, wie diverse Studien zeigten.