Start Politik Geht Merkel als „gerupftes Huhn“ aus den Koalitionsverhandlungen hervor?

Geht Merkel als „gerupftes Huhn“ aus den Koalitionsverhandlungen hervor?

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Angela Merkel Raute
Angela Merkel Raute | © Armin-Linnartz CC BY-SA 3.0

Keine Frage, der Glanz von Angela Merkel verblasst Zusehens immer mehr, und das Angela Merkel als gerupftes Huhn aus den Jamaika Verhandlungen hervorgehen wird, das darf man sicherlich bereits schon jetzt so sagen. Es geht eben nicht immer nach dem Willen von Frau Merkel, wenn es um Verhandlungen geht. Grüne und FDP haben Angela Merkel in den Jamaika Verhandlungen deutlich die Grenzen aufgezeigt in dem man sich eben nicht durch den von Angela Merkel in den Raum gestellten 16.November 2017 als Abschluss der Koalitionssondierungen, hat unter Druck setzen lassen. Nun gehen die Verhandlungen sogar über das Wochenende weiter, also viel länger als Angela Merkel dies überhaupt wollte. Diese Verlängerung der Koalitionssondierungsgespräche zeigt aber doch auch deutlich, dass man offensichtlich nicht einmal in der Lage zu sein scheint den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.

Die größten Hürden wird man auch vielleicht deshalb nicht überspringen können, weil alle Ergebnisse dieser Sondierungsgespräche ja dann auch noch von der jeweiligen Parteibasis abgesegnet werden muss, und da könnten sich insbesondere die Grünen und die CSU dann äußerst schwer tun. In der CSU tobt derzeit ein innerer Machtkampf um die Nachfolge von Horst Seehofer als Ministerpräsident und CSU Vorsitzendem. Kommt Seehofer mit einem „schlechten Kompromiss“ aus den Verhandlungen heraus, dann wird das eine Position innerhalb der CSU natürlich deutlich schwächen.

Man darf davon ausgehen das seine Gegner, wie Markus Söder, nur auf solch eine Gelegenheit warten um Seehofer den politischen Todesstoß zu versetzen. Seehofer wird also schon alleine deshalb wenig Kompromiss bereit sein. Anders die Situation bei den Grünen. Hier gibt es seit je her den linken Flügel der Partei und die Realos. Linke, wie Jürgen Trittin, sind Betonköpfe die eigentlich gar nicht in eine Regierung wollen sondern lieber aus der Opposition heraus dann ihre oft merk- würdigen Forderungen stellen. In der FDP gibt es hingegen eine klare Linie. Was Lindner sagt wird gemacht, also ein kurzer und klarer Entscheidungsweg.

Man muss sich aber auch als Wähler einmal vorstellen, das eine solche jetzt schon chaotisch wirkende Koalition dann 4 Jahre in Deutschland etwas bewegen soll, unser Land fit machen soll für die Zukunft. Das darf man dann sicherlich als reines Wunschdenken ansehen.

Möglich auch das es noch Neuwahlen gibt, dann aber sicherlich nicht mit Frau Merkel als Kanzlerkandidatin, dann würde auch in der CDU ein Umbruch einsetzen müssen.