Start Gesellschaft Leben in Deutschland – wie weit weg von Europa?

Leben in Deutschland – wie weit weg von Europa?

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Verbunden damit ist die Frage, ob wir in Schulen Landkarten von Stadt, Deutschland und Europa brauchen. Von der Stadt schon, Deutschland in den Grenzen von 1937 auch – aber Europa? Da kommt doch eh´ niemand hin!

Es gibt interdisziplinär Denkende: Die waren schon dort und drin.

Was unterscheidet diese Menschen von in ihren bisherigen rein deutschen Bereichen Denkenden? 

Beginnen wir bei mehr als der Hälfte der Deutschen, den Frauen:

Frauen sind an der Spitze von Unternehmen ein seltenes Bild. Die Aufsichtsräte von einem Drittel der 160 börsennotierten Unternehmen in den Indizes DAX, MDax und SDax haben sich einen Frauenanteil von 0% im Vorstand zum Ziel gesetzt (vgl.   AllBright-Bericht über die Frauenanteile in Vorständen und Aufsichtsräten ).

In skandinavischen Ländern haben Frauen einen relativ hohen Anteil an der Spitze von Unternehmen. Richtig ist auch, dass Frauen die Gewichtung ihrer Arbeit primär im Haushalt und in der Erziehung sehen.

Es wäre schlimm zu propagieren, dass es doch viele Kitas gibt und das „Gute-Kita-Gesetz“. Mithilfe der Sozialgesetzgebung des Grundgesetzes (GG) ist für Erwachsene doch alles geregelt. Der Sozialstaat gehört – dies ist entscheidend – zum mentalen Besitzstand der Deutschen.

Die Franzosen meinen beim Blick auf Deutschland, dessen „Mythos Sozialstaat“ sei von altgermanischem Gemeinsinn geprägt. Vielleicht ist eher die Einschätzung zutreffend, dass die Erfahrung aus zwei Diktaturen die Deutschen zusammenrücken ließ und Frauen Rechte gab, die europaweit gelten sollen (vgl. Steiner, U. – FAZ 2019-04-18).

Wie definieren wir unser deutsches „zu Hause“? Gehört es uns primär oder ist es gemietet?

Diese Frage hat bei vielen Frauen Priorität. Der Partner verdient gut – umgekehrt auch möglich! Unseren deutschen Wohlstand bewundern wir in der Presse jeder Couleur. Definieren wir Deutschen den Wohlstand mit Auto, Haus und Boot? Der Anfang mit dem Auto ist gemacht, meist auch für den /die Partner /in. Haus oder Wohnung besitzen nicht die Hälfte der deutschen Familien.

Zum Vergleich: In vielen östlichen Ländern der EU, in Spanien und anderen westlichen Staaten liegen für Familien die Quoten bei 80% Immobilienbesitz. Untersuchungen zeigen, dass Familienvermögen größer ist, wenn eine Immobilie dazuzählt. Es ist erschütternd, wenn in der Hauptstadt Deutschlands die Eigentumsquote unter 20% liegt, das Leben in dieser Stadt das billigste aller europäischen Hauptstädte ist und zu hohe Mieten reklamiert werden – zu hoch für die Reklamierenden?

 Die Presse zeigt derweil auf, dass die Mieten deutscher Wohnungen mit den Preisen für Wohneigentum nicht mithalten, zu niedrig für die Besitzer sind. In welcher Welt leben wir Deutsche?   Gemessen am Median ergibt sich für Vermögenswerte in 2017 im Vergleich zu 2014 ein Plus um 37.200 Euro auf 277.00 Euro.

Mieterhaushalte kommen nur auf ein Vermögen von 10.400 Euro. In den letzten drei Jahren ist der Anteil von Haushalten gestiegen, für die der wichtigste Spargrund die Renovierung, Sanierung oder der Ausbau ihrer Wohnimmobilie ist. Preissteigerungen bei Immobilien stellen Anreize dar, um in den Erhalt und die Aufwertung von Wohnimmobilien zu investieren.  Geringe Zinsen erlauben es, Kredite zu günstigen Konditionen aufzunehmen (vgl. Immobilienzeitung).

Vergleiche mit anderen Ländern Europas? Nach Europa kommt  doch eh´ niemand! Die Strände von Malle´ sind in deutscher und englischer Hand – letztere mit dem Wunsch ausgestattet diesen Erdteil politisch zu verlassen (vgl. BREXIT). „Quo vadis“ werden die Römer fragen, wenn sie ihren aktuellen Nationalismus verlassen und erkennen, dass die Zuschüsse der EU nicht alle neuen Schulden abdecken. Italienische Frauen in der Führung – das wäre was Neues! Immobilienbesitz in Italien –      für Italiener ja! Die Strände bleiben den Deutschen – solange sie sich Italien noch leisten!

Wie sehen wir in Europa die Wissenschaft? 1,8 Mio. Wissenschaftler sind in der EU – dem Teil von  28 Ländern Europas – tätig (China 1,62 Mio.; USA 1,35 Mio.). Zwei Drittel aller Wissenschaftler sind Männer, deren Aktivitäten sich stark auf die Künstliche Intelligenz (KI) konzentrieren. Diese geht auf das Werk „L´Homme Machine“ des bretonischen Arztes Offray im Jahr 1748 zurück. Digitale Netze sind ein Spiel mit dem Zufall (vgl. Bayes, Th. – 1764)  Erst am 31.08.1955 wurde die Förderung bei der Rockefeller-Stiftung eingereicht. 1975 startete KI in Deutschland (vgl. Veenker, G., UNI Bonn).  Daraus hat sich die Erdsystemwissenschaft aus Biologie, Chemie und Physik mit KI entwickelt.

Erfolge in der Forschung werden gemäß Artikel 3 des Grundgesetzes (GG) Männern und Frauen gleichberechtigt zugeschrieben – bei sicher nicht gleicher Gewichtung der Erfolge auf Frauen und Männer. Es ist unerheblich, in welchem Staat sie ihre Erfolge erzielen. Das EU-Recht steht zum Teil über dem deutschen Grundgesetz. Die Mehrheit aller für Deutsche (und andere EU-Bürger) gültigen Gesetze sind gemäß Art. 23 GG EU-Gesetze.

Europa hat in den letzten Jahrzehnten mehr geleistet als Frauen und Männer in Deutschland (und den anderen aktuell 27 EU-Ländern) erfassen können. Die Entwicklungen im Kernforschungszentrum  CERN bei Genf – zum Teil auf französischem Territorium – berühren unsere Zukunft in der für Frauen positiven Gewichtung der Verantwortung. Der Verfasser dieses Beitrags hat 1969 in Genf für die Zukunft über den im Bau befindlichen ringförmigen Teilchenbeschleuniger von 26,7 Kilometer Länge lernen dürfen. Vierzig Jahre später nahm CERN diesen Large Hadron Collider (LHC) in Betrieb.

Die Forschenden setzen Hoffnungen auf dieses gewaltige Bauelement, um damit dem Innersten der Materie auf die Schliche zu kommen. In 1965 waren im Mathematikunterricht in Frankfurt die damals aktuellen Grenzen von Mathematik und Physik dargestellt worden. CERN plant gemeinsam mit Frauen den Bau eines neuen Ringes von 100 Kilometer unter französischem und Schweizer Territorium – zum Teil unter dem Genfer See für Europa.