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Erleben von Klima in der morgigen Umwelt

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Erkenntnisse sind Basis der Zeiten des Umbruchs und damit das Ende alter Gewissheiten. Biodiversität und Forschung für das Klima zeigen Evolutionen, die von Pflanzen begleitet werden.

Erleben von Klima
Erleben von Klima | © CC0/pixabay.com

Dieser Beitrag basiert auf Forschungen deutscher Institute für diesen Fachbereich. Die Grundlagen sind von Wissenschaftlern der „Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung“ mit dem Hintergrund der Problematik um das Klima geschaffen worden, die sich auf 200 Jahre Erfahrung stützt. Das Institut residiert in den früher von der Goethe-Universität genutzten Räumen und wird sein Raumvolumen in 2018 verdoppeln.

Vier neue Ausstellungsbereiche (Mensch – Erde – Kosmos – Zukunft) nehmen die Besucher mit auf die Reise zu den Anfängen des Menschen, zu aufregenden Plätzen der Erde, in die Weiten des Universums und beleuchten die Zukunft unseres Planeten. Dabei werden aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung zum Klima abgebildet und mittels eines integrativen Museumskonzepts ganzheitlich und interaktiv präsentiert.

Das in dieser Ausarbeitung präsentierte Thema wird von einem der Direktoren des Instituts, Herrn Professor Volker Mosbrugger, in seiner Forschung für das Klima vertieft. Die Erkenntnisse sind Basis der Zeiten des Umbruchs und damit das Ende alter Gewissheiten. In der Folge führen Biodiversität und Klimaforschung zu den Erkenntnissen, die von der Evolution der Pflanzen begleitet werden. Dabei ist auf der Erde zu berücksichtigen, dass die weltweit agile Bevölkerung aktuell die Substanz von 1,5 Erden verbraucht. Damit wird das Problem-Syndrom „Natur auf der Erde“ aufgezeigt. Die Biosphäre hatte in den letzten 10.000 Jahren bis 1850 in der hierfür relevanten Größenordnung jährlich 280 Teile PPM verbraucht. Dies ist ebenso nachweisbar wie der aktuelle Verbrauch von 404 Teilen PPM, die aktuell zur durchschnittlichen Temperaturerhöhung von 0,8⁰ bis 1,0⁰ C geführt haben.

Auf der Basis dieser über Jahrzehnte erlangten Forschungsergebnisse können anthropogene Effekte für das Klima erklärt werden. Danach kann nicht länger seriös behauptet werden, dass die durchschnittliche Temperatursteigerung auf 2,0⁰ C zu begrenzen sei. Dabei handelt es sich um eine Annahme, die unternehmerisch als Zielwert für Publikationen festgelegt worden ist. Dieser Wert kann definitiv nicht als anzustreben festgesetzt werden. Forschungsergebnisse verweisen auf die erwartete Erhöhung von 3,0⁰ C zum Jahr 2100. Die o. b. 2,0⁰ C werden voraussichtlich etwa 2060 erreicht.

Das bewirkt, dass der Meeresspiegel bis 2100 um etwa einen Meter steigt. Das Tauen des Eises in der Arktis bewirkt nur geringen Anstieg des Meeresspiegels, da dadurch kein zusätzliches Wasser entsteht. Die Eisberge ragen zu 1/7 aus dem Wasser, da sie leichter als Wasser sind. Mit dem vom Klima geförderten Abtauen vermindert sich das verdrängte Volumen, wodurch das über dem Meeresspiegel zu erkennende Volumen der Eisberge im gleichen Maße vermindert wird. Anders verhält es sich mit dem Eis auf Land wie in der Antarktis.

Der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels bedroht Küstenregionen weltweit. Ob er mit einem beispiellosen technischen Eingriff ins Erdsystem verlangsamt werden könnte, hat ein Team des „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“ (PIK) durchgerechnet. Der kühne Ansatz: Riesige Wassermassen werden in das Innere des antarktischen Kontinents gepumpt, gefrieren dort und werden so den Meeren entzogen. Um die derzeitige Anstiegsrate des Meeresspiegels auszugleichen und das Wasser weit genug ins Landesinnere zu pumpen, damit es dort über lange Zeiträume gefroren gespeichert bleibt, müsste ein Zehntel der aktuellen weltweiten Energieversorgung aufgewendet werden – alternativ könnte der Strom direkt vor Ort durch Windturbinen erzeugt werden. Wäre dies tatsächlich eine machbare, nachhaltige Lösung (Levermann, Prof. Anders Ph.D / PIK)?

Es ist die global zu beantwortende Frage zu stellen, ob eine solche gigantische Lösung des Problems sinnvoll ist. Bleibt es ein Problem, wenn betroffene Staaten in der Südsee (Kiribati) ihr Staatsgebiet verlegen (können) – hier staatlich sanktioniert auf die Fidschi-Inseln? Probleme sind nie in ihrer Außenwirkung zu lösen, sondern an der Basis. Sinnvoller erscheint es für die Weltbevölkerung, wenn bis 2050 – als realistischem Ansatz – eine Neutralität in der CO2–Entwicklung erreicht wird. Es ist keine Katastrophe, dass die Weltklimakonferenz 2017 die von Paris 2015 für das Klima übermittelten Ziele als nicht erreichbar definiert hat.

Die Hintergründe des Biodiversitätsverlustes sind wenig bekannt. Die Welt weiß nicht, wie viele Arten von Tier- und Pflanzenarten existieren. Wenn nach Untersuchungen 100 Millionen Arten angenommen werden, sind davon heute – unter Annahme der absoluten Zahl – 2% bekannt. Für die nicht bekannten Arten wird unterstellt, dass davon 40% in den nächsten 1000 Jahren aussterben werden – dies auf der Basis des Vergleichs von vor 65 Mio. Jahren. Eine Analyse wurde für Tagfalter bei Regensburg durchgeführt. Danach sind 35% der Arten seit 1840 verschwunden. Dem steht die exponentielle Zunahme von 20 Arten über 20 Jahre entgegen.

Die Vernichtung der Biomasse kann in erlebbaren Zeiträumen für die Generation Y und alle davor geborenen Generationen nachvollzogen werden. Seit 1990 ist die Zahl der Insekten bis heute um 75% zurückgegangen. Bei längeren Fahrten sind keine Mücken in großem Umfang auf den Frontscheiben von Autos festzustellen. Das ist primär ein Verlust der Ernährung von Vögeln. Die Gründe dafür sind der Habitatverlust und der Klimawandel. Die Konsequenzen des Verlustes von Insekten sind wirtschaftliche Schäden, Verminderung der Möglichkeiten der Photosynthese und kulturelle Werte. Wirtschaftlich bedeutet das in den Auswirkungen – primär durch die Verluste bei der Bestäubung € 130 Bio. p. a. (vgl. Mosbrugger ebda.). Das führt bereits heute zu einer Minderung der Vitaminlieferanten. In den USA wird das Problem mit industrieller Bestäubung versucht zu lösen; in Asien erfolgt das – noch – manuell durch Menschen.

Der Wandel in der Naturnutzung führt zur Übernutzung. Erdgeschichtlich gesehen leben wir im Holozän. Diese Epoche begann vor etwa 11.000 Jahren und schloss sich an das Eiszeitalter an, das Pleistozän. Die Erde hat ein neues Zeitalter erreicht – das sogenannte Anthropozän. Die Menschheit hat die Erde so stark verändert, dass mit dem Klima ein neues Erdzeitalter angemessen ist (Crutzen, Paul; Chemie-Nobelpreisträger 2002).

Das Leben im Anthropozän, dem neuen Erdzeitalter, geht durch die Änderungen des Lebens der Menschheit einher mit Klimawandel, Abholzung, Städtebau. Die Menschheit verändert den Planeten Erde so stark, dass sie über den sinnvollen Zeitpunkt diskutieren, der den Beginn der neuen Epoche markieren soll. Der Klimawandel wird intensiv und ungerecht definiert. Gefährlicher als dieser ist jedoch die Biodiversität. Dass die Erde längst ein neues Zeitalter erreicht hat, ist für die Forscher klar. Sie verweisen unter anderem auf den Wandel des Klimas, den dramatischen Anstieg der menschlichen Bevölkerung, das Verschwinden diverser Tier- und Pflanzenarten und massive geologische Eingriffe durch Flussbegradigung und Landwirtschaft. An den derzeit stattfindenden radikalen Veränderungen zweifelt kaum ein Forscher. Mancher fürchtet bereits den baldigen Verlust kompletter Klimazonen. Dem stehen die theoretischen Überlegungen Bonner Forscher gegenüber:

Für diese besteht kein Bedarf zur Schaffung eines neuen Erdzeitalters. Das Holozän beinhalte bereits den menschlichen Einfluss auf die Geo-Biosphäre. Das Holozän ist durch den modernen Menschen geprägt. Das gilt für frühere Warmzeiten innerhalb des Pleistozäns nicht. Die Auswirkungen in der Praxis sind entscheidender als theoretische Überlegungen und die Namensgebung für das aktuelle Erdzeitalter.

Aktuell werden mehr Umweltflüchtlinge als Kriegsflüchtlinge erkannt. Diese und andere Herausforderungen zwingen zu Innovationen in allen Technologien wie der Digitalisierung, der Künstlichen Intelligenz und Quantentechnologien. Die Vereinten Nationen (UNO) haben ermittelt, dass pro Jahr etwa 20 Mio. Menschen wegen Umweltschäden auf der Wanderung sind. Bis 2050 werden es wahrscheinlich 250 Mio. sein. Um diese Ereignisse zu begleiten stehen aktuelle Innovationen des Geo-Engineering zur Verfügung. In verschiedenen Gebieten wird es zu einem Massen-Aussterben von Menschengruppen kommen. Dem steht kontrovers gegenüber, dass andererseits Harmonie zwischen Menschen und Natur für das Überleben nicht

fördernd ist (vgl. Insel Flores /Homo floresiensis – Rückblick 104.000 Jahre).

Menschliche Eingriffe in die Natur sind entscheidender als versuchte Verbesserungen. Das Welt-Ethos verlangt diese langfristig zu vermeiden –als Beispiel der Nicaragua-Kanal. Skalen der Abhängigkeiten können dabei und bei anderen Unternehmungen noch nicht belegt werden.

Kriege durch Migration sind nicht bekannt und auch nicht zu erwarten. Ziel muss es unabhängig davon sein Migration zu vermeiden (vgl. Schrenk, Friedemann – Goethe-Uni, Frankfurt).

Aus den Überlegungen ergeben sich Kriterien, die zu beachten sind:

  1. Ökologischer Imperativ nach Hans Jonas
  2. Nachhaltigkeit (Planet / People / Profit
  3. Bestrebungen (gesunde Nahrung und Tiere = gesunde Menschen

Der Umweltschutz geht in erster Linie vom Menschen aus. Kein Computer kann bisher für sich entscheiden, dass er heruntergefahren wird oder nicht – Menschenhände sind im Spiel. Wenn sich jeder Arbeitnehmer und Freiberufler an Regeln im Büro und Betrieb hält, kann viel für den Umweltschutz innerhalb und außerhalb von Unternehmen beigetragen werden.

Das Umweltmanagement ist der Teilbereich des Managements einer Organisation (Unternehmen, Behörde etc.). Es beschäftigt sich mit den betrieblichen und behördlichen       Umwelt-(schutz-)belangen der Organisation. Es dient zur Sicherung einer nachhaltigen Umweltverträglichkeit betrieblicher Produkte und Prozesse einerseits sowie der Verhaltensweisen der Mitarbeiter und Stakeholder andererseits. Hierzu gehören

  • die Umweltpolitik der Organisation, z. B. eine Identifizierung und Aktivierung der Schnittmengen aus ökologisch und ökonomisch vorteilhaften Maßnahmen
  • der Umweltschutz, z. B. technische Maßnahmen zur Verringerung der Umwelteinwirkungen, Vermeidung von nicht vertretbaren Umweltschädigungen und -inanspruchnahmen, Beiträge zur Vorsorge und Sanierung
  • die Umweltleistung (die messbaren Ergebnisse bzgl. der Umweltauswirkung(en), wie Emissionen, Abwasser und Bodenverunreinigungen)
  • die Einhaltung der behördlichen Auflagen bzw. der gesetzlichen Grenzwerte
  • die Normierungsverantwortung durch Unterstützung einer der Ökologie gerechten Verhaltensnormierung der Stakeholder

Das Umweltmanagement wird in der Regel von Umweltmanagementbeauftragten (UMB) geführt und betreut. In Form eines Umweltmanagementsystems (UMS) werden die Zuständigkeiten, Verhaltensweisen, Abläufe und Vorgaben zur Umsetzung der Umweltmanagements der Organisation strukturiert festgelegt.

Um die Umwelt in ihrer Systematik zu verstehen, ist es erforderlich von Idealismen von Publikationen wegzukommen und den Überlegungen von Wissenschaftlern zu folgen. Weder Windkraft noch Solarenergie können langfristig Energiealternativen darstellen. Der Antrieb von Kraftfahrzeugen mit Elektrizität bleibt umweltschädlicher Witz, wenn dazu Kohle verbrannt werden muss. Dafür bleibt nur der Wasserstoff, der wirtschaftlich vernünftig aus dem Sonnenlicht herausgezogen werden und eingesetzt werden kann. In Asien laufen Autos mit diesen Antrieben in Serien.

Die Menschheit kann außerhalb der Erde relevante Probleme lösen: Das nicht mehr vorhandene Ozonloch ist ein Beispiel. Meilensteine der Medizin begleiten diese und andere Lösungen. In der Zukunft brauchten wir mehr Wildnis – das wird nicht zu schaffen sein. Das Aufgeben ist auf andere Weise zu definieren:

Wissenschaftler wie Stephen Hawking sehen wie die NASA mit Quantentechnik die Zukunft der Menschheit auf dem Mars. Teile der Umsiedlung sollen erst in 600 Jahren beginnen. Die Konsequenzen für Unternehmen sind darzustellen und aufzeigen, welche Klimaeffekte diese begleiten werden.

  • Erleben von Klima
  • in der morgigen Umwelt
  • SZ-17.47-1