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Kennen Sie Franz Xaver Gruber?

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Nein? Mit Sicherheit kennen Sie aber das berühmteste Werk des österreichischen Komponisten: „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Gruber wurde heute vor 235 Jahren im österreichischen Unterweitzberg geboren und sollte nach seinem Vater eigentlich Leineweber werden. Doch eines Tages, nachdem der Lehrer des Jungen sein musikalisches Talent erkannt und ihm Orgelunterricht erteilt hatte, kam die große Gelegenheit für den Jungen. Weil der Lehrer krank im Bett bleiben musste, durfte Franz seinen Platz an der Orgel während des Sonntagsgottesdienstes einnehmen. Sein Vater war so ergriffen, dass er unmittelbar darauf im bayrischen Burghausen für den Jungen ein gebrauchtes Spinett für fünf Gulden erwarb.

Später setzte Franz-Xaver sein Studium beim Stadtorganisten in Burghausen fort, wurde Schullehrer, arbeitete aber auch als Mesner und Kantor. Schließlich wurde er Stadtpfarrorganist und Chorregent in Hallein, wo er 1863 als angesehener und wohlhabender Mann starb.

Die Musik zu seinem „Welthit“ schrieb er 1818 als Organist der Salzachpfarre in Oberndorf. Zwei Jahre zuvor hatte der Aushilfspfarrer Joseph Mohr das Weihnachtsgedicht verfasst und an Gruber mit der Bitte um Vertonung herangetreten. Während der Weihnachtsmesse wurde das Werk uraufgeführt.

Ein Tiroler Orgelbauer, ein Freund von Gruber und Mohr, brachte das Lied in seine Heimat, von wo aus Tiroler Gesangsgruppen es in Europa verbreiteten. Doch das Wissen um den Ursprung verschwand. Erst als der König von Preußen vom Benediktinerkloster St. Peter in Salzburg eine Abschrift der Melodie anforderte, konnte die Angelegenheit geklärt werden. Einer von Grubers Söhnen war zu dieser Zeit Chorsänger in der Abtei St. Peter. Er veranlasste, dass sein Vater eine Kopie des Liedes an das preußische Königshaus schickte – und deutlich machte, dass er die Melodie für „Stille Nacht, heilige Nacht“ geschrieben hatte.