Start Allgemein Immobilien: Vom Nachfragemarkt zum Angebotsmarkt

Immobilien: Vom Nachfragemarkt zum Angebotsmarkt

189

Gesprochen haben wir dazu mit einem Leipziger Immobilienexperten, der für ein bundesweit tätiges Immobilienunternehmen arbeitet. Seine Erfahrung aus den letzten Monaten auf dem Immobilienmarkt sind dabei ganz klar.

Der Immobilienmarkt hat sich völlig gedreht vom Nachfragemarkt zum Angebotsmarkt. Vor allem sinken gerade die Preise auf ganzer Linie, so der Leipziger Immobilienmakler. Das ist nicht nur eine Folge der aktuellen Zinserhöhungen der EZB bzw. in den USA sondern auch ein Zeichen von sinkender Nachfrage, denn viele Menschen in Deutschland sind aktuell in ihrer persönlichen Lebenssituation so verunsichert, dass sie sich nicht mehr in langfristige Investments wie Immobilien begeben wollen. Sie wissen im Moment nicht, was in den nächsten Monaten dann im finanziellen Bereich auf sie zukommen wird.

Weniger Nachfrage und die Folge davon sind dann natürlich sinkende Preise, so der von uns befragte Leipziger Immobilienmakler. Auch unser Immobilienexperte sieht „düstere Zeiten“ auf Immobilienentwickler und Immobilienverkäufer zukommen. Freuen können sich hingegen die dann noch verbleibenden Kaufinteressenten für Immobilien. Wir haben aktuell in Leipzig bereits Wohnungsstandortangebote, wo der m² Preis in 3 Monaten bereits um 300 Euro gefallen ist. Neubauimmobilien mit Preisen über 5.000 Euro/m² dürften demnächst in Leipzig wohl zu Ladenhütern werden. Die Nachfrage danach ist derzeit gegen 0 tendierend.

Crowdinvesting

Schwierige Zeiten kommen dann sicherlich auch auf Crowdinvesting-Projekte und deren investierende Anleger zu. Hier hat sich sicherlich so mancher „Projektentwickler“ verkalkuliert. Seine fertigen Projekte werden sich nicht mehr so rechnen, wie er einst kalkuliert hatte. Die Folgen daraus dürften dann sicherlich die Anleger ausbaden, denn ihr investiertes Kapital ist meistens nur nachrangig abgesichert.

Gut abgesichert sind da immer nur die Banken. So manche „werbliche Sicherheit“ wird sich dann möglicherweise als „nicht belastbar“ erweisen mit allen negativen Folgen.

Die aktuelle Situation ist nicht nur „ukrainebedingt oder ein Lieferkettenproblem“ sondern eine Folge des zu schnellen Transformationsprozesses in der Wirtschaft. Ein Transformationsprozess, wo im Moment dann wirklich niemand weiß, wo er dann für den Bürger dieses Landes enden wird, aber auch wie viel Geld er dann noch für wie viel Monat übrig hat. So lange man diese von der Politik verursachte Unsicherheit nicht in den Griff bekommt, so lange werden sich viele Investoren mit Investments zurückhalten.

 

Thomas Bremer - www.diebewertung.de