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Grauer Arbeitsmarkt der Migranten

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Fachkräfte
Fachkräfte | © CC0/pixabay.com

Von den im deutschen Arbeitsprozess Beschäftigten aus Asylstaaten arbeiten etwa 60% als qualifizierte Fachkraft. Syrer und Afghanen repräsentieren einen hohen  Anteil.

Diese Fachkräfte füllen zu mehr als 40 Prozent Stellen aus, die den Abschluss einer zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung voraussetzen. Für fast zehn Prozent wurden Positionen erreicht, die ein Diplom, einen Master- oder Bachelor-Abschluss voraussetzen (vgl. Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) lt. Funke Mediengruppe – 2017-12).

Berufen mit Anforderungen eines Meister-, Techniker- oder Fachhochschulabschlusses repräsentieren nur etwa vier Prozent. Das IW bezieht sich auf Basiszahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom März 2017. Damals hatte die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus den acht wichtigsten Herkunftsländern von Asylanten bei rund 140.000 gelegen (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien). Fast ein Viertel aller Beschäftigten aus diesen Ländern sind laut dem Bericht Syrer. Ein weiteres Fünftel sind Afghanen, die etwa 50 Prozent der Fachkräfte stellen.  Iraker und Iraner folgen. Nicht alle Mitglieder dieser Nationen sind Flüchtlinge.

Aus diesen Staaten waren im September 2017 etwa 195.000 Menschen beschäftigt und sozialversicherungspflichtig. Das waren damals etwa 75.000 mehr als im September 2016. Im Dezember wurden die November-Arbeitslosen beziffert (Becker, Raimund; Bundesagentur-Vorstand). Viele Flüchtlinge in fester Anstellung üben Helfertätigkeiten aus. Die  Kommunen fordern mehr Anstrengungen von Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

Positive Gewichtungen für die Einbeziehung von Ausländern an Arbeitsplätzen sind in den Gebieten zu erkennen, die bereits mit hohen Anteilen von Ausländern zahlreicher Nationen arbeiten. Das Rhein-Main-Gebiet ist als Beispiel hervorzuheben. In Offenbach liegt der ausländische Hintergrund bei etwa 65 Prozent der Bürger – der höchste Anteil einer Großstadt in Deutschland! Im Bahnhofszentrum von Frankfurt /M wird ein Anteil von 80 Prozent überschritten. Im umgekehrten Verhältnis treten Probleme mit Zuwanderern in geringem Umfang oder gar nicht auf. Das trifft auch auf die Verhältnisse an den Arbeitsplätzen zu.

Graue Strukturen hatte es Ende 2015 und 2016 gegeben. Damals lagen die meisten Arbeitsgenehmigungen für Asylanten noch nicht vor. Der Fehlbestand an Arbeitskräften konnte mit Deutschen nicht ausgeglichen werden. Stadtverwaltungen haben Hilfsjobs kreiert und vorher nicht vorhandene Reinigungsjobs vergeben. Umso schneller war in solchen Gemeinden die Integration der Zuwanderer. Es gab Gemeinden, in denen kurz danach Deutsche zu von Ausländern initiierten Festen eingeladen wurden.

Ende März 2017 hatten nach IW-Erkenntnissen etwa 20 Prozent der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern in Wach- und Sicherheitsdiensten, Gebäudebetreuung, im  Garten- und Landschaftsbau und anderen „sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ eine angemessene Anstellung gefunden. Leiharbeitsunternehmen stellten einen großen Teil der Arbeitgeber. Das Gastgewerbe, der Handel sowie das Gesundheits- und Sozialwesen haben im Durchschnitt jeweils 15 Prozent aufgenommen.

Die Prognosen des IW sagen einen steigenden Anteil von Geflüchteten voraus, die einen Job als Helfer finden werden. Ende November 2017 waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) etwa 420.000 Flüchtlinge auf Arbeitssuche. 175.000 davon sind als arbeitslos registriert. Integrations- und Sprachkurse sowie Förderkurse der BA werden von den übrigen absolviert, damit sie für den Arbeitsmarkt fit werden.

Die wirtschaftlichen Betrachtungen sind für die Regionen günstig, in denen Asylanten einen hohen Anteil repräsentieren. Deutsche Arbeitgeber nehmen Bereitwillige auch mit wenig Facherfahrung auf. Handwerklich Befähigte informieren sich bei Ansässigen, von denen viele in früheren Jahren zugewandert sind. Diese haben sich oft in Gemeinden etabliert, sind in das bürgerliche Umfeld integriert. Im Umkehrschluss ist es in solchen Gemeinden schwierig deutsche Handwerker zu finden. Subjektive Erfahrungen zeigen, dass Qualitätsminderungen nicht zu erkennen sind.