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Germania stellt Flugbetrieb ein: Welche Rechte haben Fluggäste – von Rechtsanwalt Jens Reime aus Bautzen

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Germania stellt Flugbetrieb ein! | © Free-Photos / Pixabay

Am 5.2.2019 haben die Germania Fluggesellschaft mbH, Germania Technik Brandenburg GmbH und Germania Flugdienste GmbH Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingereicht und den Flugbetrieb eingestellt

Nach Mitteilung des Geschäftsführers und Inhabers der Germania Fluggesellschaft mbH Karsten Balke sind Fluggäste betroffen, die ihren Germania-Flug direkt bei Germania gekauft haben. Balke gehören über seine Germania Beteiligungsgesellschaft mbH zu 100% nicht nur die Germania Fluggesellschaft mbH, Germania Technik Brandenburg GmbH und Germania Flugdienste GmbH sondern auch die Germania Grundbesitz GmbH, Germania Finanz GmbH, Germania Flug AG und die Bulgarian Eagle EOOD.

Nach Bewertung durch Fachanwalt Jens Reime besteht nach der Insolvenzordnung und nach den Bedingungen der ebenso angebotenen Reisversicherung der HanseMerkur kein Anspruch auf Ersatzbeförderung und Rückerstattung bezahlter Flüge. Fluggäste die im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, können sich zur Organisation einer Ersatzbeförderung und zwecks Anrechnung bezahlter Anzahlungen direkt an ihren jeweiligen Reiseveranstalter wenden.

Zwar verlautbarte Balke am 5.02.2019, dass ein kurzzeitige Liquiditätsbedarf bei Germania entstanden sei, weil „insbesondere unvorhersehbare Ereignisse wie massive Kerosinpreissteigerungen über den Sommer des vergangenen Jahres bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar, erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte das Unternehmen in großem Umfang belastet hatten“. Jedoch sollten hier Fluggäste die Endes letzten Jahres Flüge gebucht und bezahlt haben, einen verschärften Blick auf fragwürdige Umstände werfen, so Anwalt Reime.

Schon am 8.01.2019 gab Germania, aufgeschreckt durch die Journalisten von aeroTELEGRAPH, eine Pressemitteilung heraus, dass mehrere Optionen einer Finanzierung für einen kurzfristigen Liquiditätsbedarf geprüft würden. Tatsächlich lief es schon längerfristig nicht gut. Nach den Angaben im Bundesanzeiger für die Jahre 2012 bis 2016 wurden Verluste von über € 50 Millionen aufgehäuft und nur einmal ein Jahresgewinn bilanziert.

Nach einem brisanten Bericht der Spiegel vom 12.01.2019 streitet Germania seit Jahren mit dem Sohn des Firmengründers Erik Bischoff nachdem dieser Ende 2015 aus einer Beteiligungsgesellschaft, welche die Flugzeuge hielt, ausschied und als Ausgleich für seine Anteile 40 Millionen Euro verlangte. Balke lehnte Zahlung ab, und Mitte Oktober 2018 urteilte das Landgericht Cottbus Bischoff immerhin knapp zehn Millionen Euro nebst Zinsen zu. Das dürfte die finanziellen Schwierigkeiten auf die Spitze getrieben haben so Anwalt Reime, zumal Bischoff die restlichen € 30 Millionen per Berufung weiterverfolgt werden. Möglicherweise wollte ja auch Bischoff gegen Sicherheitsleistung vollstrecken. Es stellt sich die Frage, welche Fluggäste im Oktober 2018 noch Flüge gebucht hätten, wenn sie von den Bilanzzahlen und dem Rechtsstreit samt Urteil gewusst hätten.

Fluggästen die Flüge gebucht und bezahlt haben, müssen bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Germania Fluggesellschaft mbH ihre gezahlten rechtzeitig anmelden und vor Ablauf der Verjährungsfrist weitere Ansprüche wegen der fragwürdigen Vorgänge und Rechtstreitigkeiten vor Insolvenzantragstellung prüfen lassen.

Unter Umständen bietet sich hier ein gesammeltes kostengünstigen Vorgehen an so Anwalt Reime, welcher schon in einigen Gläubigerausschüssen insolventer Gesellschaften hunderte Verbraucherinteressen vertritt und schon jahrelange Erfahrungen  in der Umsetzung von Masseschadenfällen hat. Betroffene Fluggäste können sich mittels Übermittlung der Reservierungsbestätigungen von Germania samt Zahlungsbestätigungen und etwaiger Rechtsschutzdaten an die Anwaltskanzlei Reime wenden.