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Ehrenämter deutscher Bürger mit Google

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Google Ehrenamt
Google Ehrenamt | © CC0/pixabay.com

Mehr als 30 Millionen Deutsche engagieren sich für Ehrenämter. Menschen, Kultur und Umwelt erhalten in sozialen Positionen für neue Bereiche erforderliche Hilfestellung.

Erwarten Menschen dafür Unterstützung von Google? Mit diesem Vorspann fragen sich die nicht betroffenen etwa 53 Millionen Bürger nach dem, was sie versäumen. Der Verfasser gibt zu, dass darunter viele Kleinkinder sind, die ihre Frage/n anders formulieren. Kinder – in welchem Alter auch immer – glauben, dass sie etwas versäumen. Ihre Artikulation ist noch anders als die der älteren Kinder oder die der erwachsenen Bezugspersonen. Kleine Kinder warten auf vieles und erwarten alles, was sie erfassen können.

Was können Erwachsene von diesen, ihren Kindern lernen?

Kinder streben Aufgaben an – schon, wenn sie noch klein sind! Sie fragen nicht, wie das honoriert wird. Ihre Versorgung empfinden sie als selbstverständliche Ehrenämter. Sie wollen diese Leistungen – meist ausgehend von den Eltern – nicht ausgleichen, sondern selbst etwas erbringen, was die Bezugspersonen gut finden und loben. Die Leistungen erfüllen nicht immer Vorstellungen der Erwachsenen, denn meist sind damit nicht erwartete Schäden verbunden.

Mehr als 30 Millionen Deutsche wissen, welche Ehrenämter wem helfen können und werden. Diese Zahl stellt einen neuen Rekord dar. Deutsche werden dadurch zu Meistern bezugsfreier Leistungen. Das wollen bisher nicht Befasste unterstützen. Es sind noch wenige, auf die unsere Augen „fallen“. Es werden immer mehr. Oft sind es Unternehmerinnen oder die Ehefrauen von Unternehmern die sich engagieren. Als Beispiel können die Ehrenämter farbig (im Sinne des Arbeitskittels) definierter Damen dienen, die in Kliniken die Wünsche von Kranken erfüllen, die nichts mit der Pflege zu tun haben: Berechtigte Wünsche nach einer Zeitung, Süßigkeiten oder anderen Hilfestellungen, die vom Pflegepersonal nicht erfüllt werden (können).

Wie in einer Genossenschaft werden die von der Klinik gewährten (geringen) Mittel gesammelt und an einem Festtag gemeinsam ausgegeben. Das fördert gegenseitiges Verständnis und gibt Kraft. Das ist eine Funktion der Ehrenämter mit Hilfestellungen, die Deutsche während ihrer Freizeit erbringen – Frauen und Männer. Die Berufstätigkeit wird dadurch nicht eingeschränkt, manches Rentnerdasein schon. Ungewollter „Existenz-Egoismus“ darf für diese dabei sein.

Die Medizin lehrt uns, dass tägliche Aktivitäten oberhalb des 60. Lebensjahres diese Menschen veranlassen auf ihre Gesundheit zu achten – denn sie wollen gerade in Leistungen während der Freizeit nicht versagen. Unser aller Ruhestand ist kraft Gesetzes für 2030 ab dem 67. Lebensjahr vorgesehen. Lehrpersonal in Schulen hat die Möglichkeit bis zum 67 ½. Lebensjahr tätig zu sein.

Das Rentenalter ist das eine, Ehrenämter das andere. Wir leben in Deutschland heute in einem überdurchschnittlichen Wohlstand. Die Arbeitslosigkeit sinkt monatlich, hat aber ihren Tiefpunkt der 1970-er Jahre (< 1 Million im Westen) noch nicht erreicht. Fachkräfte fehlen, werden von Unternehmen aus dem Kreis der Ruheständler reaktiviert. Die stetig steigende Anzahl der Arbeitstätigen oberhalb des 65. Lebensjahres liegt bei 11% der Rentner bzw. der Pensionäre. Ein größerer Prozentsatz dieser Altersgruppe begleitet Ehrenämter.

Die Lebenserwartungen aller Menschen – nicht nur von Deutschen – sind seit dem Jahr 1900 im Durchschnitt und ohne Unterbrechung um 2,5 Jahre pro Dekade gestiegen. Aktive Menschen liegen über dem Durchschnitt. Die EU orientiert sich bei ihren Empfehlungen für das Renteneintrittsalter an den Lebenserwartungen des jeweiligen Staates. Die mittlere Lebenserwartung soll 12 Jahre über dem Renteneintrittsalter liegen, was für Deutschland das 74. Lebensjahr als Empfehlung ist.

Wer bis dahin und darüber hinaus aktiv und kooperativ am Leben teilnimmt und sich parallel für Ehrenämter engagiert, verlängert medizinisch sein Leben. 36,5 Prozent aller Deutschen – unter Einbezug der Kinder – sind für Ehrenämter engagiert. In Süddeutschland liegen die Geburtenraten seit kurzem über den Sterberaten. Die Bevölkerung wächst nicht nur durch Migranten aus dem Nahen Osten und Afrika (ca. 450.000 im Jahr 2016 bei fallender Tendenz) und Zuwanderern aus der EU (ca. 200.000 netto im Jahr 2016 bei steigender Tendenz). Diese Menschengruppen brauchen Hilfestellung. Es sind zahlreiche Ehrenämter installiert, die zum Eingreifen zur Verfügung stehen bzw. dies schon einige Zeit tun.

Keine Arbeit ist auch keine Lösung! „Was würdest du tun, wenn du im Lotto gewinnst?“ Die meisten Deutschen haben auf diese Frage eine nüchterne Antwort (Waechter, Christina – 2016) Flapsig könnte passen: Ehrenämter zur Lebensverlängerung ausüben! Sozial ist auch die Berufstätigkeit oberhalb des Ruhestandsalters – mit dem gleichen Erfolg!

Die aktuellen Änderungen des Lebensumfelds sind nicht abgegrenzt. Die im Silikon Valley tätigen Unternehmen führen die Erfolge der Digitalisierung an. Sie verkörpern gleichzeitig die Strukturen des übergeordneten analogen Lebens. Menschen führen und werden geführt – letzteres auch mit internationaler Hilfestellung. Für viele sollten diese Vorgaben Aufbruch in eine neue Form des Lebens sein. Aus Kalifornien kommt – getragen von den Entscheidern der bekannten Digital-Unternehmen im Silikon Valley – die Idee des „des propagierten garantierten bedingungslosen Grundeinkommens“ (Morozov, Evgeny – FAZ.2016-03-08). Im Prinzip ist das ein Engagement für Menschen, die ihr Existenzminimum nicht erreichen können.

Individuelles Engagement und Hilfen können noch mehr bewirken. Google hat daraus ein Modell zur Suche von Menschen mit dem Bestreben für Hilfestellungen gestaltet. Mit der Google.org Impact Challenge wird Vereinen kostenlose Trainings sowie die Chance auf Fördergelder für dort ausgelobte Projekte und Ehrenämter angeboten. Gesucht werden Ideen, die unsere Gesellschaft besser machen können. Das kann mit Hilfe von Technologien, wie einer App, Website oder auf andere Art und Weise erfolgen. So könnten Sportvereine effizienter organisiert, digitales Know-How weitergegeben werden. Geflüchteten, Migranten und Zugewanderten aus der EU könnte mit Kultur- und Sprachangeboten geholfen werden. Dazu können sich Einzelpersonen und Gruppen wie Vereine mit sozialen Projekten bewerben.

Initiativen in Feuerwehren und Kindergärten, in Verbänden und Organisationen helfen bisher ohne dafür Geld zu erwarten. Sie stützen die Gesellschaft und finden dabei Sinn. Für viele dieser Ehrenämter spielt das Internet eine wichtige Rolle. Sie vernetzen sich mit Mails und in WhatsApp-Gruppen.

Sie entwickeln Anwendungen und Webseiten, mit denen sie noch besser helfen und zusammenarbeiten können. Die Digitalisierung hat soziales Engagement auf der Basis analoger Aktivitäten verändert.

Was vermag ehrenamtliches Engagement? Die Idee von Google ist nicht neu, nur für viele unerwartet. Der zurückliegende Google Impact Challenge hat das Leben von Menschen verändert. Es sind die Helfenden, die zunächst neue Wege finden. Mit umso größerer Überzeugung können sie Notleidenden diese neuen Wege zeigen und anregen sie mit ihnen zu gehen. Diese Menschen zeigen, wie sie durch ihr Engagement für Ehrenämter einschneidende Erfahrungen in Freundschaften umsetzen können.

Die Hilfestellungen brauchen nicht nur direkte Ziele, sondern Effekte als Multiplikatoren. Dazu gehören auch „Digitale Helden“, die Lehrer und Schüler zu Mentoren ausbilden. Der Umgang mit sozialen Netzwerken und bei der Prävention von Cybermobbing wird gemeinnützig unterstützt. Handwerkszeuge sind Webinare, WhatsApp-Kurse. Dieses als Beispiel angeführte Projekt startete mit 60 Schulen. Die über den Google Impact Challenge gewährten Fördergelder lassen die „Digitalen Helden“ im Jahr 2017 auf mehr als 100 Schulen wachsen.

Eine Projekt-Alternative: Motorradfahrer nehmen behinderte Menschen zu Ausflügen (im Beiwagen) mit. Daraus sind Freundschaften entstanden, deren Ende nicht abzusehen ist. Deutschlands größte Spendenplattform der „Digitalen Helden“ definiert das Wesen gelungener Hilfe und den tieferen Sinn des analogen Engagements – sich durch Ehrenämter so lebendig wie nie zuvor zu fühlen. Hier passt das Motto von Herrn Steinmeier als Bundespräsident:

„Ehrenamtliches Engagement stiftet Zusammenhalt und belebt die Demokratie als Ganzes.“

Im Wettbewerb wird gefragt, ob sich die Angesprochenen selbst in einem Projekt engagieren, das noch weiterwachsen könnte? Braucht eine Idee mehr Unterstützung? Diese Menschen und Gruppen können sich mit ihrer Initiative oder ihrem Verein bei der Google Impact Challenge bewerben. Es sollen 60 Projekte mit digitaler Komponente unterstützt werden. Insgesamt stehen vier Millionen Euro zur Verfügung (Webseite: g.co/Zukunftswerkstatt/Ehrenamt)

In einem Magazin werden alle Details zur Google Impact Challenge erklärt. Zugleich wird in Beispielen gezeigt, wie Hilfe und Tipps unterstützt werden. Ideen und Projekte können mithilfe des Internets wirksamer gemacht werden. Auch Helfer brauchen Anregungen, auch Engagierte brauchen Hilfe.

  • Ehrenämter deutscher Bürger mit Google
  • Soziale Positionen für neue Bereiche der Hilfestellung
  • SZ-17.49-2