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Die Psychologie unserer unstillbaren (Schauer)Lust an Hexen, Dämonen und Gespenstern: Hellbound 2.0

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Die Psychologie unserer unstillbaren (Schauer)Lust an Hexen, Dämonen und Gespenstern: Hellbound 2.0

 

von Salvatore Giacomuzzi

 

Überzeichnete Mystery-Serien wie Hellbound oder Squid Game erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Soziale Missstände und Monster treiben in diesen Serien, zum (Grusel)Gaudeum der Publikums, ihr Unwesen.

Die gleichen psychologischen Mechanismen gelten auch für andere, kulturelle Ereignisse. Halloween nahm vor Jahren Einzug in unsere Kinderzimmer. Seit einigen Jahren läutet es im November an unseren Türen und eine verkleidete Kinderschaar frägt: Süß oder Sauer?

Irrtümlich halten viele noch das Treiben für einen Unsinn aus dem amerikanischen Kulturbereich. Doch dem ist nicht so. Der Brauch stammt eigentlich aus Irland. Dabei geht es um die Volksbräuche vor Allerheiligen (31. Oktober – 1. November). Eine Bezug seit der Keltenzeit wird vermutet. Erst seit etwa 30 Jahren verbreitet sich Halloween immer mehr in den USA und Europa. Was früher allein der Kürbis, mit seinen Kerzen, in Österreich war, wird nunmehr mit Halloween vermischt.

Im Jahre 2017 erlangte der Walt Disney Film Coco einen sehr hohen Grad der Beliebtheit beim weltweiten Publikum. Der Film handelt von Miguel, der mit seiner Musikliebe von der Musik verflucht zu sein scheint. Für Miguel ist das aber kein Grund aufzuhören.  Dafür geht er sogar in das Reich der Toten wo er seine verstorbenen Verwandten trifft. Was aber löst die Faszination am Gruseln aus? Viele, aber nicht alle Menschen, verspüren eine gewisse Lust an der Angst oder am Ungewissen. Noch spannender wird es für uns, wenn wir sogar Teil davon werden können.

Besonders in Teilen Mexikos kursieren Geschichten von Gespenstern, Dämonen und Hexen. Die berühmteste ist „La Bruja“ und vergleichbar mit unserem historisch belegten Dracula. Das einzige Orginalbild hängt übrigens in Schloss Ambras in Innsbruck.

„La Bruja“, zu Deutsch die Hexe, ist ein blutaussaugendes Wesen. Das Lied gehört zu den berühmten Melodien des Tanzes von Veracruz. Dabei tragen die Tänzerinnen eine Kerze auf dem Kopf.

Das Lied wurde ebenso von dem mexikanischen Maler Diego Rivera verehrt, welcher zwei Mal mit  Frida Kahlo verheiratet war. Im Film Frida, mit Salma Hayek in der Hauptrolle,  kommt dieses Lied ebenso vor. Es wurde auch ein Musikvideo mit den Originalaufnahmen von Frida Kahlo und Diego Rivera dazu produziert.

Aus (neuro)psychologischer Sicht kann dies so erklärt werden, dass unser Angstsystem, welches einen sehr alten Teil des Gehirns bildet, nicht verlässlich zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann. Es kommt somit zu einem artifiziell ausgelösten Hormonbad der Endorphine, welches uns die bekannten Schauer über den Rücken laufen lässt und mitunter auch die bekannte Gänsehaut verursacht. Zudem verursachen diese Hormone ein Glücksgefühl und eine zeitweilige Befreiung von psychischen Belastungen oder körperlichen Schmerzen. Das Hochgefühl, welche die Endorphine erzeugen bleibt über längere Zeit erhalten.

Unser Hirn reagiert noch heftiger wenn etwa im Film die nötige Musik, die nötige Bildführung und die richtige Geräuschkulisse kohärent zum Bild erzeugt werden. Nicht umsonst wird dieser Effekt in jüngster Zeit bei den 4D-Kinos genutzt.

Das wohl temperierte und kulturell anerkannte Gruseln kann also weitergehen. Alt wie jung werden sich daran weiter erfreuen. 😊

Eine sehr Hörens- und sehenswerte Vertonung des furchteinflößenden Monsters namens „La bruja (Die Hexe)“ stammt von der mexikanischen Gruppe tempus quartet:

 

 

 

 

 

 

La Bruja

¡Ay! que bonito es volar

a las dos de la mañana

a las dos de la mañana

¡ay! que bonito es volar, ¡ay mamá!

 

A volar y dejarse caer

en los brazos de una dama,

ay! que bonito es volar,

a las dos de la mañana, ¡ay mamá!.

 

Me agarra la bruja

me lleva a su casa,

me vuelve maceta

y una calabaza.

 

Me agarra la bruja

me lleva al cerrito,

me vuelve maceta

y un calabazito.

 

¡Ay! dígame, dígame,

dígame usted,

¿cuántas criaturitas

se ha chupado usted?

 

Ninguna, ninguna,

ninguna no sé,

ando en pretenciones

de chuparme a usted.

 

¡Ay! me espantó una mujer, ¿a dónde?

en medio del mar salado,

en medio del mar salado,

¡ay! me espantó una mujer, ¡ay mamá!

 

¿Por qué no queria creer

lo que otros me habian contado?

lo de arriba era mujer

y lo de abajo pezcado, ¡ay mamá!

 

Cuando a mi mujer la encuentro acostada

le jalo las colchas no me dice nada

cuando a mi mujer la encuentro durmiendo

le jalo las colchas y salgo corriendo

 

 

 

¡Ay! dígame, dígame

dígame usted

¿cuántas criaturitas

se ha chupado usted?

 

Ninguna, ninguna

ninguna no sé,

ando en pretenciones

de chuparme a usted.

 

A la bruja me encontre

en el aire iba volando

en el aire iba volando

a la bruja me encontré, ¡ay mamá!

 

Entonces le pregunté:

que ¿a quién andaba buscando?

me dijo: ¿Quién es usted?

soy cantador de huapango, ¡ay mamá!

 

Escóndete Chepa,

escóndete Juana,

que ahí anda la bruja

debajo de la cama.

 

Escóndete Chepa

escóndete Joba,

que ahí anada la bruja

volando en su escoba.

 

¡Ay! dígame, dígame

dígame usted

¿cuántas criaturitas

se ha chupado usted?

 

Ninguna, ninguna

ninguna no sé,

ando en pretenciones

de chuparme a usted.

 

Die Hexe[1]

Oh, wie schön ist es zu fliegen

Um zwei Uhr in der Früh‘.

Um zwei Uhr in der Früh‘

Oh, wie schön ist es zu fliegen, oh Mama.

 

Zu fliegen und sich fallen zu lassen

In die Arme einer Dame.

Oh, wie schön ist es zu fliegen

Um zwei Uhr in der Früh‘, oh Mama.

 

Mich hat die Hexe geschnappt,

Mich in ihr Haus verschleppt.

Ich wurde (ein) Blumentopf

Und ein Kürbis.

 

Mich hat die Hexe geschnappt,

Mich zu einem Hügel gebracht.

Ich wurde (ein) Blumentopf

Und ein Kürbischen.

 

Oh! Hallo, hallo,

hallo Sie:

Wie viele Wesen haben

Sie ausgesaugt?

 

Keine, keine,

keine, weiß nicht.

Aber mir ist danach,

Sie auszusaugen.

 

Oh, eine Frau hat mich erschreckt, „Wo denn?“

In der Mitte des salzigen Meeres.

In der Mitte des salzigen Meeres.

Oh, eine Frau hat mich erschreckt, oh Mama.

 

Warum habe ich nicht geglaubt,

Was man mir gesagt hat?

Über mir war die Frau

Und unter mir die Fische, oh Mama!

 

Als sie meiner Frau im Bett begegnete,

Zog sie an ihrer Decke, ohne mir was zu sagen.

Als sie meiner Frau im Schlaf begegnete,

Zog sie an ihrer Decke und lief weg.

 

Oh! Hallo, hallo,

hallo Sie:

Wie viele Wesen haben

Sie ausgesaugt?

 

Keine, keine,

keine, weiß nicht.

Aber mir ist danach,

Sie auszusaugen.

 

Ich bin der Hexe begegnet

In der Luft, in der ich geflogen bin.

In der Luft, in der ich geflogen bin,

Bin ich der Hexe begegnet, oh Mama.

 

Dann fragte ich:

„Wen suchst du denn?“

Sie antwortete: „Wer sind Sie?“

„Ich bin Huapango-Sänger“, oh Mama!

 

Verborgenes Glück,

Verborgene Juana,

Die Hexe entschwindet

 

 

Verborgenes Glück,

Verborgene Joba,

Die Hexe verschwindet

Fliegend auf ihrem Besen.

 

Oh! Hallo, hallo,

hallo Sie:

Wie viele Wesen haben

Sie ausgesaugt?

 

Keine, keine,

keine, weiß nicht.

Aber mir ist danach,

Sie auszusaugen.

Unter das Bett.

 

[1] https://lyricstranslate.com/de/la-bruja-die-hexe.html