Start Allgemein Die Gesundheitsvorstellungen von Amazon, Apple, Google und Co

Die Gesundheitsvorstellungen von Amazon, Apple, Google und Co

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Gesundheit ist ein wichtiges Gut – von Salvatore Giacomuzzi.

Die Digitalisierung der Medizin ist nicht mehr aufzuhalten. Zaghaft begann in den neunziger Jahren auch in den Krankenhäusern die digitale Revolution Fuß zu fassen. Patientenakten wurden digital und werden heute auch digital an Ärzte verschickt. Der Patient ist gläsern geworden.

Schon damals begannen Datenschützer laut zu schreien. Die Gesundheitsakte ELGA wird bis heute nicht von allen akzeptiert. Niemand will sich, seine Gesundheit betreffend, in die Akten schauen lassen.

Die Problematik um die digitale Gesundheit ist nun um eine Facette reicher geworden. Amazon hat nun angekündigt Gesundheitsanbieter wie One Mediacal aufkaufen zu wollen. Es sind dies Firmenübernahmen in der Höhe von Milliarden.

Plattformen wie Google, Apple, Amazon und andere beginnen nun in den Gesundheitsmarkt zu drängen. Abgesehen von der nicht einzuschätzenden Qualität sind die Daten der Menschen sakrosankt. Dies kann jedoch nicht gewährleistet werden durch internationale Konzerne. Diese verfolgen andere Interessen. Die Unsicherheit auf dem Gesundheitsmarkt wächst. Internationale Konzerne können auch den streng regulierten europäischen Datenschutz leicht umschiffen.

Wie schauen die geheimen Agenden der internationalen Konzerne aus? Sie werden es uns natürlich nicht sagen. Sie haben kein Interesse daran ihre Strategien vor der Öffentlichkeit auszubreiten. Allerdings muss man kein Wahrsager oder Hellseher sein, um dies zu erraten.

Es wird, wohl oder übel, nichts anderes sein als die Marktkontrolle übernehmen zu wollen. Die Folgen für die Patienten sind bisher nicht abzusehen, jedoch mit einiger Vorsicht zu betrachten.

Internationale Vernetzungen haben sicher auch ihre Vorteile. So kann man sehr leicht über Spezialisten aus dem Ausland verfügen ohne dafür langwierige Reisen in Kauf nehmen zu müssen. Jedoch auch hier werden wiederum Kosten auflaufen.

Es ist altbekannt, dass die Kosten im Gesundheitssystem etwa in Amerika kaum leistbar sind. Trotz Versicherung kostet eine Entbindung zwischen 35-45.000$. Einfach zu beherrschende Krankheiten, wie etwa Diabetes, kosten den Betroffenen etwa 14.000$ pro Jahr.

In Amerika ist es Gang und gebe, dass sich erkrankte Patienten überlegen müssen, welche Krankheiten sie an sich behandeln lassen wollen. Krebs, Diabetes, Beinbruch, oder Blinddarm Durchbruch? Man muss Prioritäten setzen!

Hierzulande ist dieses Denken noch ungewohnt, wird aber in den nächsten Jahren auf uns zukommen. Eine Erosion des Gesundheitssystems steht bevor.

Die Globalisierung, so wie sie bisher stattfand, brachte keine Vorteile für den Menschen. Im Gegenteil!

Die zunehmende Vernetzung bringt für lokale Probleme nur noch mehr Probleme. Entscheidungen werden fernab von den Regionen getroffen (etwa Europa und Brüssel). Der einzelne hat keinen Einfluss mehr auf die Entscheidungsträger. Diese agieren in vollkommener Eigenlogik und unabhängig von den Bedürfnissen einzelner Personen oder Personengruppen.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung im Gesundheitssektor und der Übernahme diverser Dienste durch internationale Großkonzerne, welche ohnehin schon nicht mehr lenkbar sind, werden große Veränderungen auf Patienten zu kommen. Oder wird die Politik doch nun ein Einsehen haben und diese Großkonzerne zerschlagen?

Der Patient wird in Zukunft zwischen Skylla und Charybdis entscheiden müssen. Beides ist Angst machend.