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Die CSU Idee mit der Anleihe: Hat eine Anleihe nicht immer ein Totalverlustrisiko?

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Nun, im Finanzbereich ist das so, und wenn ich das richtig verstehe, dann will ja auch die CSU eine Anleihe auflegen, um Geld von den Bürgern in Deutschland einzusammeln. Mit diesem Geld will man dann wohl Klimaprojekte finanzieren bzw. unterstützen.

Verzinsen will die CSU diese Anleihe mit 2% pro Jahr. Immerhin in der heutigen Zeit ein stolzer Zins, das muss man dann zugeben. Wichtiger wäre wohl für die Zeichner dieser Anleihe, dass der Staat dann als Garantiegeber für die Einlagen der Kunden auftritt.
Ex-Verkehrsminister Dobrindt, der diese Idee hat, will das Geld in Klimaschutzprojekte investieren. „Klimaschutz braucht jetzt Milliardeninvestitionen in klimafreundliche Technologien“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in einem Zeitungsinterview.

Weiter führt Dobrindt dann aus: Wir wollen Bürgerinvestitionen in den Klimaschutz mit garantierten Positivzinsen anreizen und honorieren. Deswegen wollen wir eine Klimaanleihe auflegen mit einer staatlich garantierten Rendite von zwei Prozent pro Jahr und einer Laufzeit bis 2030.“

Genau das ist der Punkt, Herr Dobrindt. Es fehlt die Garantie, dass die beteiligten Anleger dann auch ihr investiertes Geld wiederbekommen. Daran könnte es dann haken bei der Zeichnung der Anleihe.

Natürlich hat auch Dobrindt dann auch ein Konzept, wer die Anleihe umsetzen soll. Das soll die KFW-Bankengruppe dann tun, und die Anleihe soll eine Laufzeit von 10 Jahren haben.
Nichts wird darüber gesagt, wohin dann die Anlegergelder genau fließen sollen.

Im Finanzbereich würden wir das dann einen Blindpool nennen. Den darf es doch eigentlich gar nicht mehr geben, wenn ich mich richtig erinnere Herr Dobrindt.

Hier heißt es auf der Seite des Bundesfinanzministeriums aktuell:

Im Einzelnen geht es um folgende Maßnahmen:

  1. Abschaffung sogenannter unvollständiger Verkaufsprospekte
  2. Verbot von Blindpool-Konstruktionen bei Vermögensanlagen
  3. Beschränkung des Vertriebs von Vermögensanlagen auf beaufsichtigte Vermittler
  4. Bessere Prüfungsmöglichkeit der Rechnungslegung von Vermögensanlagenemittenten
  5. Verpflichtende Mittelverwendungskontrolle durch unabhängigen Dritten im Fall von Direktinvestments
  6. Konsequente Nutzung der Produktinterventionsbefugnis bei Vermögensanlagen
  7. Abschaffung der bloßen Registrierungsmöglichkeit bei geschlossenen Publikumsfonds
  8. Übertragung der Aufsicht über freie Finanzanlagenvermittler auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  9. Verstärkte BaFin-Aktivitäten zur Verbraucherbildung im Bereich Vermögensanlage

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Internationales_Finanzmarkt/2019-08-15-massnahmenpaket-anlegerschutz.html

Unterstellt, sie nehmen diese Hürde für ihre Anleihe, fragt man sich doch, warum der Bürger, der im täglichen Leben schon für den Klimaschutz bezahlt, dann aber noch ein Totalverlustrisiko mit einer Anleihe eingehen sollte?