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Deutsche Wohnen SE, Adler Real Estate, Publity AG – sie alle werden einen Preis für die Krise zahlen müssen

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Kaum eine Branche wird möglicherweise von der aktuellen Corona-Krise verschont bleiben, einer Krise, die sich nun auch schon zu einer handfesten Wirtschaftskrise ausweitet, das aber nicht nur in Deutschland.

Immobilienpreise kannten in den letzten Jahren, egal ob Wohnimmobilienmarkt oder Gewerbeimmobilienmarkt, nur eine Richtung bei den Preisen – nach oben.

Da wurden Preise für Immobilien bezahlt, die man sich vor 5 Jahren noch nicht einmal vorstellen konnte. Natürlich mit einem lachenden Auge für die Verkäufer solcher Immobilien. Viele haben das Geschäft ihres Lebens gemacht.

Gut wer noch vor der Krise seine Immobilie zu einem guten Preis verkaufen konnte, denn das Angebot auf dem Immobilienmarkt wird zukünftig stark zunehmen, aber zu Preisen, die dann in eine andere Richtung zeigen werden – nach unten.

Unternehmen, die nicht unbedingt als „Bestandshalter in der Immobilienbrache“ bekannt sind, sondern ihre Renditen mit dem Handel von Immobilien machen, werden dann möglicherweise zukünftig auf die eine oder andere Immobilie in ihrem Portfolio einen Abschreibungsbedarf haben, wenn sie die Immobilie dann noch verkaufen wollen.

Große Wohnimmobilienvermieter könnten dann auch ein Problem bekommen, denn die Mieten werden in den nächsten Jahren nicht mehr so ansteigen können wie in den letzten Jahren, denn es wird weniger Menschen geben in Deutschland, die sich eine teure Wohnung leisten können.

Im Gegenteil viele werden ihre „teure Wohnung“ möglicherweise sogar aufgeben müssen, nämlich dann, wenn sie zum Beispiel von Kurzarbeit bzw. Arbeitslosigkeit betroffen sein werden.

Vermieter müssen dann auch sicherlich darüber nachdenken, sich mit weniger Mieter zufrieden zu geben, wenn sie nicht eine Wohnung längerfristig leer stehen lassen wollen, wobei sich manche Vermieter nicht einmal den Ausfall einer Miete einer vermieteten Wohnung verkraften können, wenn sie eine Wohnung zur Kapitalanlage erworben haben.

Menschen, denen man Steuersparmodelle verkauft hat, werden dann möglicherweise in Finanznot geraten, wenn ihr Finanzierungskonzept nicht mehr aufgehen sollte, denn je weniger Steuern man zahlt, desto weniger kann dann natürlich auch die Steuerersparnis sein, die der Staat einem gewährt. Gerade in diesem Bereich wird es sicherlich einiges an Immobilien geben, die auf den Markt kommen werden, weil Anleger Zins und Tilgung nicht mehr aufbringen können.

Möglicherweise bekommt auch ein Großunternehmen wie die Deutsche Wohnen dann zu spüren, dass Mieter ihrer Wohnungen ihre Miete nicht mehr bezahlen können, weil eben das Einkommen weniger geworden ist bzw. gar nicht mehr vorhanden ist.

Welche Auswirkungen die Krise auf die genannten Unternehmen dann möglicherweise haben wird, wird man in der nächsten Bilanz der Unternehmen sehen können.

Das Unternehmen Publity AG zumindest hat nun bereits reagiert und die Ausgabe einer neuen Anleihe auf das nächste Jahr verschoben.

Gerade das Thema Anleihen wird sicherlich auch ein Thema der nächsten Jahre in Anlegerkreisen sein, denn da dürfte mit Sicherheit die eine oder andere Anleihe bei einem Unternehmen ausfallen und dies verbunden mit großen Verlusten vor allem bei Kleinanlegern. Spannende Zeiten.