Start Allgemein Der nächste Akt im UDI Desaster die „späten Warnhinweise“ der BaFin

Der nächste Akt im UDI Desaster die „späten Warnhinweise“ der BaFin

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Nun, genau mit diesen Warnhinweisen hatten wir eigentlich schon seit Wochen gerechnet, und man muss nun einmal die Frage stellen, „warum kommen diese Hinweise so spät?“

Nun, die Begründung könnte in einer möglichen verspäteten Meldung durch den GF der Gesellschaften erfolgt sein. Man hätte hier diese Warnmeldung sicherlich vor den Insolvenzveröffentlichungen machen müssen. Ob dies etwas am Desaster für die Anleger verändert hätte, ist dann allerdings die 2. Frage.

FireShot Capture 128 – BaFin – Suche – www.bafin.de

Hier die veröffentlichte Tatsache – Beispiel:

Veröffentlichung nach § 11a Absatz 1 VermAnlG

Möglicher Ausfall von Forderungen

1. Betreff: Möglicher Ausfall von Forderungen

2. Name des Veröffentlichungspflichtigen einschließlich seiner Anschrift:
Emittent: UDI Immo Sprint FESTZINS I GmbH & Co. KG
Anschrift: Promenadenstraße 3, 09111 Chemnitz

3. Bezeichnung der Vermögensanlage sowie das Veröffentlichungsdatum und das Aufstellungsdatum des Verkaufsprospektes:
Bezeichnung der Vermögensanlage: UDI Immo Sprint FESTZINS I
Art der Vermögensanlage: Nachrangdarlehen
Veröffentlichungsdatum des Verkaufsprospektes: 17.05.2017
Datum der Aufstellung des Verkaufsprospektes: 10.05.2017

4. Zu veröffentlichende Tatsache gemäß § 11a Absatz 1 VermAnlG:
Nach einem Insolvenzantrag der Geschäftsführung des UDI Immo Sprint FESTZINS I GmbH & Co. KG vom 18.07.2022 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit (§ 18 Abs. 2 InsO) wurde am 21.07.2022 durch das Amtsgericht Leipzig – Insolvenzgericht – die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der UDI Immo Sprint FESTZINS I GmbH & Co. KG angeordnet und Herr Dr. Jürgen Wallner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt (Az. 401 IN 1261/22). Grund für die Antragsstellung war zum einen, dass vor Zivilgerichten unter Berufung auf eine neuere BGH-Rechtsprechung mehrfach Urteile erstritten wurden, die die Nachrangklausel des dieser Vermögensanlage zu Grunde liegenden Darlehensvertrags oder eine sehr ähnliche Klausel bei anderen Vermögensanlagen der UDI – Gruppe für unwirksam hielten. Zum anderen besteht die begründete Erwartung, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wegen dieser Rechtsprechung eine Abwicklungsanordnung gegen die UDI Immo Sprint FESTZINS I GmbH & Co. KG erlassen wird, wie sie es schon bei anderen Vermögensanlagen mit ähnlichen Nachrangklauseln getan hat. Sollten diese Urteile rechtskräftig werden und/oder die BaFin eine Abwicklungsanordnung – wie gegenüber weiteren Schwestergesellschaften geschehen – erlassen, müsste die Geschäftsführung der UDI Immo Sprint FESTZINS I GmbH & Co. KG einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit stellen. Denn wegen der langjährigen Laufzeit der Darlehensverträge, mit denen die UDI Immo Sprint FESTZINS I GmbH & Co. KG das eingeworbene Kapital der Anleger in Projektgesellschaften investiert hat, verfügt diese nicht über die zur Erfüllung der dann fällig werdenden Ansprüche der Anleger notwendigen Liquidität. Aus den vorgenannten Gründen besteht deshalb hinsichtlich der UDI Immo Sprint FESTZINS I GmbH & Co. KG eine negative Fortführungsprognose.

Der von der Geschäftsführung am 18.07.2022 gestellte Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens und die Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung durch das AG Leipzig sind damit geeignet, die Fähigkeit des Emittenten zur Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber dem Anleger erheblich zu beeinträchtigen.

5. Datum des Eintritts der der Tatsache zugrunde liegenden Umstände:
Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurde am 18.07.2022 gestellt. Der Beschluss zur Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung wurde am 21.07.2022 gefasst.

6. Kurze Erklärung, inwieweit sich die Tatsache auf den Emittenten oder die von ihm emittierte Vermögensanlage unmittelbar bezieht, soweit sich dies nicht schon aus den Angaben zu Nummer 4 ergibt:
Siehe bereits Ziff. 4.

7. Erklärung, aus welchen Gründen die Tatsache geeignet ist, die Fähigkeit des Emittenten zur Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber dem Anleger erheblich zu beeinträchtigen, soweit sich dies nicht schon aus den Angaben zu Nummer 4 ergibt:
Siehe bereits unter Ziff. 4.

8. Hinweis:
Die inhaltliche Richtigkeit der veröffentlichten Tatsache unterliegt nicht der Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Die Bundesanstalt geht davon aus, dass die Vermögensanlage, für die diese Tatsache bekanntgemacht wird, den Voraussetzungen des § 1 VermAnlG entspricht, und hat diese Voraussetzungen nicht erneut geprüft.