Start Allgemein Datenschutz bis hin zur unglaublichen Perfektion

Datenschutz bis hin zur unglaublichen Perfektion

708
Datenschutz | © qimono / Pixabay

Typisch Deutschland. Wenn es ein neues Gesetz, oder eine neue Richtlinie gibt, dann versucht Deutschland, vor allem unsere Beamten, dieses Gesetz auf „Punkt und Komma“ umzusetzen und anzuwenden.

Da sind unsere Beamten dann auch unheimlich konsequent. Welche „Blüten“ solch eine Beamtenperfektion dann treibt in der Praxis, das zeigt ein Beispiel aus Solingen, einer Stadt in Nordrheinwestfalen. Solingen ist bekannt als „Klingenstadt“. Solingen hat einen Weltnamen, was Messer anbetrifft, und jetzt auch möglicherweise einen Weltnamen für die Umsetzung der neuen DS-GVO.

In Solingen hatte der Nabu einen Malwettbewerb für kleine Kinder ausgelobt. Sie sollten einfach nur ein Bild malen, wie sie unsere Umwelt sehen. Wie bei jedem Malwettbewerb sollte es natürlich hier auch kleine Preise für die „schönsten Bilder“ geben. Die Bilder wurden im Schaufenster des NABU Büros in Solingen ausgestellt.

Bürger hatten dann die Möglichkeit über die Bilder abzustimmen. Nun kam dann das Ende des Wettbewerbs und es gab Sieger. Sieger denen man dann auch einen Preis überreichen wollte, aber das geht jetzt Dank der korrekten und messerscharfen Einhaltung der DS-GVO vom 25. Mai 2018 nicht. Alle Bilder wurden von den Kindern, um die Datenschutz Grund Verordnung einzuhalten nur mit dem Vornamen versehen. Nun gibt es eben Bilder von Laura, Erika, Maximilian, Bernd, Hanna usw., nur wie man die Kinder jetzt nun ihren verdienten Preis geben kann, das weiß zur Zeit so richtig keiner. Es gibt wohl auf keinem Bild einen Nachnamen bzw. eine Adresse des Malers bzw. der Malerin.

Prima, da hat der deutsche Beamtenapparat doch das Pferd mal so richtig zum „Wiehern“ gebracht. Nun versucht der NABU Solingen, in mühevoller Kleinarbeit, die Sieger herauszufinden, um ihnen den verdienten Preis für ihr Bild überreichen zu können.

Noch geht das, nächstes Jahr gibt es vielleicht schon gar keine Telefonbücher mehr mit Nachnamen und Adresse. Die DS-GVO macht das dann möglicherweise möglich, und ich wette 50 Euro darauf, dass es irgendeinen Beamten bei den Datenschützern gibt, der das probieren wird.