Start Allgemein Das Geldeinsammelmodell des Unternehmens SecCrest GmbH aus München

Das Geldeinsammelmodell des Unternehmens SecCrest GmbH aus München

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Für uns mutet dies abenteuerlich an, so Thomas Bremer vom Internetportal diebewertung.de aus Leipzig. Thomas Bremer setzt sich seit Jahren erfolgreich gegen die Auswüchse des „grauen Kapitalmarktes“ ein.

Thomas Bremer ist nun der Meinung, dass sich die BaFin das Geschäftsmodell des Geldeinsammelns der genannten Gesellschaft einmal genauer anschauen sollte, denn seiner Meinung nach liegt hier möglicherweise ein Verstoß gegen das Vermögensanlagegesetz vor.

Das Vermögensanlagegesetz regelt unter anderem, wie Kapital von Anlegern eingesammelt werden kann. Neben einer Prospektpflicht gibt es auch Ausnahmen innerhalb des Vermögensanlagengesetzes.

Bei einem Anleger-Investment ab 200.000 Euro bedarf es keines gestatteten BaFin-Prospektes; kleine Serien bis maximal 20 Anlegern sind ebenfalls zulässig. Die BaFin achtet jedoch seit Jahren sehr kritisch darauf, dass es nicht zu einem Umgehungstatbestand kommt. Einen solchen Tatbestand gab es vor nicht allzu langer Zeit in Sachen „adcada“, was letztlich zur Untersagung des weiteren Geldeinsammelns und damit zur Insolvenz des Unternehmens führte.

Natürlich, so Bremer weiter, muss man eine solche Beurteilung ganz klar der BaFin überlassen, da diese als Aufsichtsbehörde hier das letzte Wort hat.

Zunächst einmal, so Bremer weiter, war uns die SecCrest GmbH als Marktteilnehmer aufgefallen. Aufgrund der Eigendarstellung des Unternehmens, als Anleger ein Investment ab 250.000 Euro tätigen zu können, haben wir auf das Totalverlustrisiko des Investments hingewiesen, aber am Geldeinsammelmodell keinerlei Kritik hinsichtlich des Vermögensanlagegesetzes vorgenommen.

Das hat sich erst jetzt verändert, nachdem wir eine anwaltschaftliche Abmahnung des Unternehmens über eine Münchner Rechtsanwaltskanzlei bekommen haben. Wer uns kennt, weiß natürlich, dass wir unsere Rechercheaktivitäten zu einem Unternehmen verstärken, wenn wir so „mit der Nase darauf gestoßen“ werden.

Auffällig war zum Beispiel, dass es kaum unabhängige Berichte zu dem Investmentvorhaben des Unternehmens gibt außer eigenen Berichten, die man im Internet platziert hat. Wer genau hinschaut, kann erkennen, dass es sich hier um geschaltete Anzeigen des Unternehmens handelt und nicht um unabhängige Berichte von Experten bzw. Redaktionen, die sich mit dem Thema KI auskennen.

Natürlich, so Bremer weiter, hätte das Unternehmen diese Berichte nur auf der eigenen Seite veröffentlichen können. In der Vergangenheit hat man solche Berichte aber gerne auch zur Aufhübschung des Internets genutzt. Ob das hier möglicherweise auch der Plan war, wissen wir nicht.

Die Geschäftsführerin des Unternehmens hat das Investment sogar als „ideale Altersvorsorge“ dargestellt. Alleine das sollte Anleger doch nachdenklich machen, denn ein Totalverlustrisiko-Investment kann sicherlich kein geeigneter Baustein für eine Altersvorsorge sein.

Kritisch finden wir auf der Internetseite des Unternehmens auch, dass das Unternehmen mit dem Verweis auf die BaFin eine Seriositäts-Eigenwerbung vornimmt. Auch das gilt es jetzt von der BaFin zu prüfen.

Das größte Problem hinsichtlich des Vermögensanlagegesetzs sehen wir hier aber in der Form, wie das Unternehmen Seccrest GmbH das Geldeinsammeln gestaltet. Hierfür eine „Serie von Ausnahmetatbeständen“ zu kreieren, widerspricht nach Bremer dem Sinne des Vermögensanlagegesetzes.

Ich kann dem Unternehmen nur den Rat geben, sich umgehend selber mit der BaFin in einen Diskussionsprozess zu begeben, um diese Fragen zu klären, bevor die BaFin hier eben möglicherweise selber aktiv werden wird.

Die BaFin ist für einvernehmliche Lösungen, die dem Verbraucherschutz und Anlegerschutz dienlich sind, immer offen gegenüber. Das wissen wir aus einem Vorgang aus dem vergangenen Jahr. Auch hier, so Thomas Bremer, hatten wir einen solchen Verstoß aufgedeckt und uns später mit dem Initiator zusammengesetzt.

Wir haben dann sogar bereits veröffentlichte Berichte wieder aus dem Netz genommen. Mit Stichtag hat dieser Initiator alle Auflagen der BaFin, die sich aus der Kommunikation ergeben haben, erfüllt und alle Anlegergelder zurückbezahlt. Mithin ist keinem Anleger ein Schaden entstanden, was für uns ganz klar das Wichtigste war und ist. Wir wollen, dass ehrliche Geschäfte mit Anlegern gemacht werden und dass sich Initiatoren an bestehende Gesetze und Verordnungen halten, sich nicht durch Auslegungstricksereien einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Initiatoren verschaffen, die sich korrekt an alles halten.

Natürlich stehen wir auch den verantwortlichen Personen des Unternehmens SecCrest GmbH zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Die Initiative muss aber von dem Unternehmen selber ausgehen.