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Bürger speichern Energie eG – die Pleite, die man sich genau anschauen muss

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Möglicherweise sind hier weit über 1.600 Genossen von der Pleite der Genossenschaft betroffen, aber möglicherweise auch Dutzende von investierten Kapitalanlegern, die dem Unternehmen mit Vorstand Johann Wilhelm ihr Vertrauen gegeben hatten.

Dabei war die Genossenschaft beim Geldeinsammeln von Anlegern nicht den Weg über ein BaFin-gestattetes Finanzinstrument gegangen, sondern hatte hier die bestehenden Ausnahmeregelungen des Vermögensanlagengesetzes genutzt.

Wenn man sich korrekt an die Rahmenbedingungen für die Nutzung der Ausnahmeregelungen hält, ist das sicherlich auch in Ordnung, wobei wir der Meinung sind, wer Geld von Anlegern haben will, der sollte auch das Geld haben, ein BaFin-gestattetes Prospekt erstellen zu lassen.

Das sieht auch Rechtsanwalt Jens Reime aus Bautzen so, der sich in den letzten Jahren insbesonders um das Thema „Pleite einer Genossenschaft und mögliche Folgen für die investierten Genossen“ gekümmert hat.

Das ist nicht so ganz ohne, wie Jens Reime unserer Redaktion in einem kurzen Statement auf unsere Nachfrage mitgeteilt hat. Hier muss man sich die Konstruktion und die Unterlagen nun genau anschauen, was das für Folgen für die investierten Genossen bedeuten kann.

Tatsache dürfte aber jetzt bereits sein, dass Genossen und dann auch investierte Anleger sicherlich einen Teil ihres Investments verlieren werden, möglicherweise sogar einen Totalverlust erleiden werden, so Rechtsanwalt Jens Reime weiter. Betroffenen Genossen und investierte Anleger sollten nun den Rat eines erfahrenen Rechtsanwalts suchen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Zudem muss man sich das gesamte Konstrukt dieser Genossenschaft einmal anschauen, denn es ist schon erstaunlich, dass die Genossenschaft nur über so wenig Anlagevermögen verfügt. Hierzu hatte Thomas Bremer ja bereits einen umfangreichen analytischen Beitrag auf dem Internetblog diebewertung veröffentlicht. Auch sein Hinweis, „das einmal von der Justiz anschauen zu lassen“ ist sicherlich nicht verkehrt so Rechtsanwalt Jens Reime.

Möglicherweise stehen wir auch hier dann leider wieder vor einem „Genossenschaftsskandal“, wieder einer, der dann den guten Ruf einer Genossenschaft beschädigen würde.