Start Gesellschaft Bauernfänger oder Volksverdummer? Hubertus Heil und seine Rentenidee

Bauernfänger oder Volksverdummer? Hubertus Heil und seine Rentenidee

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Alexas_Fotos / Pixabay

Zunächst einmal muss man natürlich Respekt davor haben, dass es überhaupt einmal einen Diskussionsvorschlag aus der Politik gibt, und wir wissen ja, dass Kritik zu äußern einfacher ist, als selber einen konstruktiven Vorschlag zu unterbreiten. Trotzdem, der Vorschlag von Hubertus Heil hat natürlich einen „faden Beigeschmack“, denn er kommt just zu einem Zeitpunkt, in dem es in einigen Bundesländern in Deutschland auf Landtagswahlen zu geht.

Das heißt natürlich auch für eine SPD, dass man auf „Stimmenfang“ aus ist. Das ist völlig legitim, denn das machen andere Parteien natürlich auch. Nun muss man aber einmal die Frage stellen, warum diese Idee nicht zum Beispiel auch Teil der Koalitionsverhandlungen mit der CDU war? Dann hätte man heute doch vielleicht schon eine Lösung in der Sache und würde nicht nur über Absichten diskutieren.

Absichten, die für den Wahlkampf sicherlich ein gutes Futter darstellen, in der Praxis aber nach den Landtagswahlen in diesem Jahr vermutlich wieder in irgendeiner Schublade verschwinden werden. Natürlich muss man hier eine Lösung finden für die Menschen, die ihr gesamtes Leben gearbeitet haben und dann mit einer Minirente auskommen müssen, weil ihr Einkommen über Jahrzehnte so niedrig war.

Arbeit muss sich in Deutschland wieder lohnen, und man darf nicht noch für 40 Jahre ehrliche Arbeit im Alter bestraft werden. Wir dürfen als Gesellschaft diese Menschen nicht im Regen stehen lassen und zu Almosenempfängern von staatlicher Seite werden lassen.

Das ist schäbig und gehört sich nicht für eine soziale Gesellschaft, in der wir uns rühmen zu leben. Es darf aber eben auch kein Gießkannenprinzip sein, sondern es muss denen einen Nutzen bringen, die wirklich mindestens 40 Jahre gearbeitet haben. Natürlich geht es hier auch um viele Personen in den neuen Bundesländern, die oftmals gar keine Möglichkeit hatten, eigenes Vermögen zu bilden, um im Alter nicht in solch eine Situation zu geraten.

Zu DDR-Zeiten war die Bildung von Privateigentum weder gewollt noch geduldet. Auch diese Sondersituation muss man berücksichtigen. Hubertus Heil weiß selber, dass sein Vorschlag dann wirklich nur für den Landtag taugt; möglich, dass ihm das dann auch reicht.