Start Allgemein Aurimentum hat kein Gold der Kunden gelagert – Offizielle Presseverlautbarung

Aurimentum hat kein Gold der Kunden gelagert – Offizielle Presseverlautbarung

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Am Ende des Regenbogens wartet ein Topf voller Gold – irische Mythologie 

Zur Sache Aurimentum

Vor einigen Jahren haben die erfahrenen Kaufleute und Vertriebsexperten Reinhard Fuchs und Reinhard Scherm ihre geschäftlichen Aktivitäten zusammengeführt und die R&R Consulting GmbH, Alte Forstlahmer Str. 22, 95326 Kulmbach gegründet. Der Gesellschaftsvertrag vom 28.04.2014 sieht vor: Konzepterstellung für Kapitalanlagen, Edelmetallhandel und Unternehmensberatung, soweit keine Erlaubnispflicht nach dem KWG besteht. Stammkapital: 25.000,00 EU. Die Aurimentum steht laut eigener Darstellung für 

„GOLD FÜR JEDERMANN IM EIGENTUM UND PHYSISCHEN BESITZ
Unsere Mission ist es, Vermögensschutz zu betreiben und Vermögenssicherung durch die Investition in Gold für jedermann voranzubringen. Diese Leidenschaft für Vermögensschutz treibt uns an, unsere Vision in Zukunft zu verwirklichen. Unsere Partner und deren Kunden bauen auf unsere Kompetenz und unsere Verlässlichkeit. Gemeinsam mit unseren Partnern gestalten wir eine nachhaltige finanzielle Zukunft.“

Gesprächskultur zur Klärung von Unklarheiten

Nun, wer unseren Blog liest, weiß, dass wir mit den Geschäftsführern des Goldlabels Aurimentum der R&R Consulting GmbH, aus München und Kulmbach, im Gespräch waren. Hintergrund war vor einigen Monaten ein Bericht über fehlende Bilanzen im öffentlichen Register und eine Überschuldung laut der letzten veröffentlichen Bilanz. 

Natürlich haben sich dann unsere Recherchen zu dem Unternehmen noch einmal verstärkt, nachdem der PIM GOLD Skandal öffentlich wurde. Klar, dass man dann auch andere Unternehmen dieser Branche möglicherweise mit kritischeren Augen sieht, als vor einem Publikwerden eines solchen Skandals. Sicherlich für jeden unserer Leser dann nachvollziehbar.

Zurück zum Unternehmen Aurimentum. Hier haben wir mit den verantwortlichen Geschäftsführern des Unternehmens eine Austausch geführt.

Es war eine freundliche Atmosphäre, in denen wir den Eindruck hatten, dass die beiden Geschäftsführer wirklich offen und ehrlich unsere Fragen beantworten wollten. Nun, in der Folge mussten wir dann feststellen, dass das mit der offenen Kommunikation immer dann schwieriger wurde, je kritischer unsere Fragen an die Herren wurden. Eine bilanzielle Überschuldung laut letzter veröffentlichter Bilanz ist ja nicht gerade ein besonderes Qualitätsmerkmal eines Unternehmens.

Irgendwann fühlten sich die Herren dann möglicherweise zu sehr in Bedrängnis gebracht von unserer Hartnäckigkeit, und schalteten eine Hamburger Rechtsanwaltskanzlei in dem Vorgang ein.

Presseanfrage an Vermittler der Produkte der Aurimentum

Ausgangspunkt dafür war wohl eine Presseanfrage, die wir an einige Vermittler des Unternehmens gestellt hatten, die dann im Vermittlerkreis wohl für viel Unruhe gesorgt hatte. Möglich, dass da dann auch der Vertrieb einmal begonnen hat, kritische Fragen zu stellen.

Natürlich setzen wir uns dann auch mit den beauftragten Rechtsanwälten auseinander. Manchmal ist das sogar gut, wenn hier Rechtsanwälte zwischengeschaltet werden, denn dann hat man auch einen konkreten Ansprechpartner in der Sache, der dann auch konkrete Antworten geben kann.

Da sind wir wieder bei der irischen Mythologie: am Ende des Regenbogen wartet ein Goldtopf… am Ende einer Woche nach einem freundlichen Gespräch erwartet die Redaktion von diebewertung.de dann auch eine freundliche Antwort.

Zunächst einmal wurde der Vorgang wohl von einer angestellten Rechtsanwältin abgearbeitet, aber als wir dann eine konkrete Presseanfrage gestellt haben, deren Beantwortung sicherlich große Tragweite für das Unternehmen haben kann, hat sich dann die Chefin der Kanzlei selber eingeschaltet und unsere Presseanfrage am gestrigen Nachmittag dann auch mit einem umfangreichen Schreiben beantwortet.

Offizielles Informationsschreiben der Rechtsanwältin der R & R GmbH zu Aurimentum

Es war dann allerdings mehr ein Androhungs-und Hinweisschreiben in der Sache selber, aber es gab dann auch einige harte Fakten im Schreiben, das wir hier nun in einigen Punkten zitieren wollen.

Pflichtverletzung durch fehlende Bilanzen?

Die letzte im Unternehmensregister hinterlegte Bilanz stammt aus dem Jahre 2015. Die 2016 und die 2017 Bilanz hätten also nach den gesetzlichen Vorgaben längst hinterlegt werden müssen, wenn man sein Unternehmen dann ordentlich führt.

Ein Unternehmen welches mit Anlegergeldern/Kundengeldern arbeitet, sollte aber genau das tun, auch in Sachen „pünktliche Hinterlegung von Bilanzen“ korrekt und gesetzestreu arbeiten.

Bilanzielle Überschuldung?

Schaut man sich dann die letzte Bilanz des Unternehmens an, eben die aus dem Jahre 2015, dann findet man hier ein bilanziell überschuldetes Unternehmen. Genau deshalb wäre es wichtig gewesen, dass man hier einmal die weiteren Bilanzen des Unternehmens hätte einsehen können. Möglich, dass sich diese bilanzielle Überschuldung mittlerweile erledigt hat, möglich aber auch, dass diese noch angewachsen ist. Wir wissen es aktuell leider nicht.

bilanz2015aurimentum

Wir erinnern uns sicherlich auch hier wieder alle an den Vorgang PIM Gold, denn auch hier gab es seit Jahren keine testierte Bilanz mehr, die um Unternehmensregister hinterlegt wurde.

Die von Aurimentum beauftragte Rechtsanwältin teilt uns nun mit, dass die fehlenden Bilanzen in den nächsten Wochen alle hinterlegt würden, und das man mit der Hinterlegung der 2018 Bilanz natürlich noch bis zum 31. Dezember diesen Jahres noch Zeit habe. Das ist natürlich korrekt. Den Grund warum die anderen Bilanzen die längst hätte hinterlegt werden müssen, dann nicht hinterlegt wurden, darauf haben wir keine Antwort bekommen.

Nun waren wir dann doch über eine Aussage in dem Antwortschreiben der Aurimentum Rechtsanwältin sehr verwundert. Eine Aussage die wir nach all den Gesprächen mit den Herren des Unternehmens Aurimentum, R&R Consulting GmbH, so dann auch nicht nachvollziehen können.

Wir hatten nachgefragt, wie hoch der aktuelle physisch vorhandene Goldbestand der Anleger direkt als Sondervermögen zugeordnet werden kann?

Die Antwort der Rechtsanwältin: Das Gold wird nach dem Kauf durch den Kunden direkt an diesen ausgeliefert. Die Kunden erhalten die Ware daher umgehend, nachdem sie  den Kauf abgeschlossen haben. Vor diesem Hintergrund gibt es keinerlei Sondervermögen in dem von ihnen angesprochenen Kontext.

Diese Antwort hat uns in der Redaktion dann glatt vom Hocker gehauen, denn das widerspricht dann wirklich allen Aussagen, die das Unternehmen in Gesprächen mit unserer Redaktion gemacht hatte in der Vergangenheit.

Gesprächspunkt war immer das Aurimentum Programm Goldkauf mit Treuebonus. Siehe hier auch beigefügten Flyer, den wir kennen.

Goldkaufmittreuebonus

Genau den Inhalt dieses Flyer wollten wir erläutert haben von den Herren, was diese dann auch bereitwillig getan haben. Der Kunde kauft das Gold bekommt zu einem 30 % erhöhtem Kaufpreis. Gleichzeitig versprechen die Kundenberater, dass man das Gold nach 24 Monaten zuzüglich des Treuebonus an das Unternehmen verkaufen kann, wobei der Treubonus nur in Gold geliefert wird. Laut Ziffer 4. der Vertragsbedingungen entsteht der Treuebonus nur denn der Kunde das „gekaufte Gold“ 24 Monate im Eigentum verhält? Wenn aber mit einem Kauf zusätzlich nur nach Ablauf von 24 Monaten 8 % zusätzliches Gold geliefert werden müssen, sollte diese Menge als Sondervermögen bzw. zumindest treuhänderisch (wie z.B. der Aufsichtsrat der R+R verlautbart) vorgehalten werden.

Überdies ist zu beachten, dass die Geschäftsführer der R+R uns gegenüber von einem faktischen Sachdarlehen sprachen (was angesichts der eigenartigen juristischen Konstruktion wohl denkbar erscheint).

Bis dahin kann das Unternehmen Aurimentum dann wohl mit dem Gold arbeiten, wenn wir die AGB richtig verstanden haben, und das Gespräch mit den Herren richtig im Kopf haben. Von beiden Herren wurde in einem Gespräch in Leipzig nochmals explizit betont, dass dieses Kundengold in einer Bank liegen würde und dem Kunden selbstverständlich zuordnen wäre.

Nun mag es sein, das die beauftragte Rechtsanwältin möglicherweise nicht ordnungsgemäß von ihrer Mandantschaft  informiert wurde bzw. nicht den vollen Umfang der Geschäftstätigkeit ihrer Mandantin überblickt.

In diesem Kontext halten wir die Aussage für „Sprengstoff“. Nun haben wir sogar versucht diesen Widerspruch mit der Rechtsanwaltskanzlei in Hamburg zu klären, dort angerufen und um Rückruf gebeten, um zu klären, ob hier nicht ein Missverständnis vorliegen könnte in der Beantwortung dieses Punktes in unserer Presseanfrage.

Einen Rückruf bekamen wir dann leider nicht, so dass wir diese brisante Aussage dann mal im Raum stehen lassen müssen. Die Frage lautet: wie kann das Unternehmen einen Goldtreuebonus von 8% nach zwei Jahren versprechen, wenn es laut einiger Presseerklärung gar kein Kundengold hat?

Gefragt haben wir dann auch noch:

Welche plausibel nachvollziehbare Wertschöpfungskette hat ihre Mandantin um Provisionen für Vermittler, Zinsen für Anleger und Kostendeckung der eigenen Verwaltungskosten abzudecken?

Die Antwort der Aurimentum Rechtsanwältin:

Das Geschäftsmodell unserer Mandantschaft rechnet sich, wie im Handelsregister hinterlegt, durch die Handelserträge, welche unsere Mandantschaft mit Gold erwirtschaftet. Es handelt sich um ein nachhaltiges Geschäftsmodell, welches kostenorientiert ist und sich daher massiv von anderen Modellen unterscheidet, die möglicherweise in dieser Branche in Misskredit gelangt sind.

Zum Abschluss des Schreibens hat man uns dann versucht „Angst einzuflößen“. Hier heißt es: Jeglicher Schaden, der unserer Mandantschaft durch eine rechtswidrige Berichterstattung Ihrerseits entsteht, wird umgehend bei Ihnen geltend gemacht.

Nun, sehr geehrte Frau Dr. Rechtsanwältin. Sie wissen doch „Angst essen Seele auf“.

Anmerkung der Redaktion:

In einem weiteren geplanten Artikel geht es dann in der nächsten Woche um brisante Dokumente, die man uns in die Redaktion zugespielt hat. Hierzu sind wir mit der Rechtsanwältin der Geschäftsführer der R&R Consulting GmbH noch im Gespräch, denn uns ist durchaus bewusst, welche Tragweite diese Veröffentlichung dann haben könnte.