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Andrei Kotchetkov – nur mit Eigenkapital eine Immobilie finanzieren

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Anders als bei Unternehmensfinanzierungen, sollte eine Finanzierung im privaten Bereich, zum Beispiel beim Erwerb einer eigengenutzten Immobilie, immer nur mit einem „gesunden Eigenkapital“ erfolgen. Damit hält man auch die monatlichen ratierlichen Belastungen, die aus solch einem Kredit entstehen, in Grenzen.

Jahrelang gab es die altbekannte Faustregel, dass der Käufer einer Immobilie ein Eigenkapital von mindestens 20 Prozent benötigt, damit er auch eine Finanzierung bekommt. Doch warum gerade 20 Prozent?

Vorwiegend handelte es sich bei dieser Berechnung um die Kaufnebenkosten. Grunderwerbsteuer, Maklergebühren, Notarkosten – jene Positionen sollte der Kreditnehmer mit seinen Rücklagen begleichen, sodass ausschließlich nur der Immobilienkaufpreis finanziert werden musste.

Heute gibt es immer mehr Banken, die eine Finanzierung ohne Eigenkapital – die sogenannte Vollfinanzierung – anbieten. In den USA oder auch in Großbritannien gibt es diese Finanzierungsmöglichkeit schon seit Jahrzehnten, in Mitteleuropa erst seit der Niedrigzinsphase. Doch sind Vollfinanzierungen tatsächlich empfehlenswert oder mitunter sogar gefährlich?

Andrei Kotchetkov hat hier eine ganz klare Meinung, ohne ausreichendem Eigenkapital geht hier bitte nichts. Heute haben wir eine Niedrigzinsphase, wo mancher Immobilienerwerb möglich ist, der bei einem höheren Zinssatz gar nicht realisiert werden könnte.

Nur jeder der eine Immobilie finanzieren will, sollte dann bitte bedenken, auf niedrige Zinsen gibt es keine Garantie. Je höher man sich aber mit einer Immobilie dann letztlich verschuldet, nichts anderes stellt eine Finanzierung dar, desto größere wirtschaftliche Auswirkungen, kann dann eine Zinsanpassung nach Oben, in den nächsten Jahren haben.

Möglicherweise kann man diese dann gar nicht mehr aus seinem dann aktuellen Einkommen heraus bezahlen. Schon setzt man seine Immobilie „aufs Spiel“, denn die Bank will natürlich den Kredit ordentlich bedient haben. Gelingt das nicht, kann es dann auch zu einer Verwertung der Immobilie kommen.

Hat man jedoch einen hohen Anteil an Eigenkapital beim Erwerb der Immobilie in die Gesamtfinanzierung eingebracht, dann muss man sich diese Gedanken sicherlich nicht machen so Andrei Kotchetkov in einem Interview mit unserer Redaktion.

Zudem, so Andrei Kotchetkov, empfehle ich immer von einer Gesamtbelastung von 7% auszugehen, Zinsen und Tilgung. Zahlt man also weniger Zinsen, dann sollte man mit der Bank eine höhere Tilgungsrate vereinbaren. Je schneller sie einen Kredit dann Tilgen, desto schneller gehört ihnen die Immobilie dann. Auch Anschlussfinanzierungen für eine Immobilie nach einer ersten Zinsbindungsphase, sind dann erfahrungsgemäß wesentlich einfacher.