Start Allgemein ADCADA – Skandale rund um den Skandal

ADCADA – Skandale rund um den Skandal

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Nun meldet die ADCADA GmbH Insolvenz an. Vorläufiger Höhe- oder Zwischenpunkt an der nicht eben kleinen Skandalgeschichte um die die ADCADA Unternehmensgruppe.

Wenn alles viel schön ist um wahr zu sein.

Die Redaktion Thomas Bremer von diebewertung.de hierzu: „Völlig unrealistische Renditeversprechen, toller Internetauftritt und ein RundumWohlfühl Programm für Anleger hatten verschiedene Presseorgane aufmerksam gemacht; auch uns.“ 

Insolvenz war die Folge

Mit Verspätung folgten dann die verschiedenen Warnungen der Finanzaufsichtsbehörden, jetzt die Pleite. Rechtsanwalt Klevenhagen aus Berlin: „Die adcada.GmbH, geschäftsansässig in Bentwisch bei Rostock und bis vor kurzem jedenfalls offiziell noch geleitet von dem seitens der ADCADA Unternehmensgruppe prominent in den Vordergrund gestellten Jungunternehmer Benjamin Franklin Kühn hat nunmehr nach einem letzten Geschäftsführerwechsel auf den eigenen Vater von Benjamin Kühn die Reißleine gezogen und am 22.00.20 beim zuständigen Amtsgericht in Rostock einen Insolvenzantrag gestellt.“

Das einzige was noch gut funktioniert ist die Suche nach anderen Schuldigen

Empörung bei den enttäuschten Anlegern: Es hiess noch vor kurzem, man sein „für die Corona-Pandemie bestens aufgestellt und „auch in Krisenzeiten ein zuverlässiger Partner“ zu sein, weil „das eigenständige Konzept auch in vermeintlichen Krisenzeiten bestens greift“, wird nun den Anlegern mitgeteilt, dass die Covid-19 Pandemie die wirtschaftliche Situation der Adcada Unternehmensgruppe „drastisch verschärft“ habe.

RA Klevenhagen, der verschiedene Geschädigte vertritt, hierzu in einem Beitrag: „Die Unternehmenskommunikation der adcada GmbH gipfelt in der Aussage, dass „darüber hinaus sich die Behörden nicht daran interessiert zeigten, eine Restrukturierung im Interesse aller Beteiligten zu ermöglichen.“ Auch wird der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorgeworfen, dass angeblich diese und deren rechtlichen Vertreter „jegliche Gesprächsbereitschaft vermissen“ ließen.“

Eine Behörde muss Gesetze anwenden und kann nicht illegales Tun tolerieren

Abgesehen von dem Umstand, dass eine staatlichen Aufsichtsbehörde den geltenden Gesetzen und den daraus folgenden Mechanismen unterworfen ist und insoweit gar kein Handlungs- oder Beurteilungsspielraum dafür besteht, ob eine behördliche Sanktion im Interesse der Anleger oder im Unternehmensinteresse zur Verwirklichung eines wie auch immer gearteten Sanierungsplans der ADCADA Unternehmensgruppe steht, ist die Mitteilung der adcada GmbH an die konsternierten Anleger auch ein Ausdruck dafür, dass man sich bei der adcada GmbH möglicherweise als Opfer einer angeblichen behördlichen Willkür sieht und die Situation nicht als Folge des eigenen Geschäftsmodells und dessen Umsetzung begreift. Das Gegenteil ist der Fall: Die Behörden hatten nicht eingegriffen wegen eines angeblich nicht funktionierenden Geschäfts, sondern aus formalen Gründen. Die Rechtsordnung verlangt von Firmen, die Gelder einsammeln bei Privatanlegern, Prospekte. Diese Prospekte sollen dem Anleger dann die Möglichkeit geben sich ein Bild von der Geldanlage zu machen. Das hat der Gesetzgeber, nachdem sich seit vielen Jahrzehnten immer wieder ganze Generationen am grauen Kapitalmarkt Milliardenverluste einhandeln, bewusst entschieden. Der Anleger soll sich also auf ausführliche Informationen verlassen, und nicht auf tolle Werbeaussagen, Legenden von schönen und erfolgreichen Geschäftsleuten, einer fleissigen PR Agentur und so weiter.

Skandale in den Skandalen – das ist noch nicht das Ende

Die Anwälte der Adcada hatten immer wieder versucht, Presseberichte und Internetinformationen anzugreifen, weil der Adcada und ihren Hinterleuten Unrecht geschehe. Werden diese Juristen wohl zur Haftung gezogen und müssen zumindest ihr Honorar zurückzahlen? Was ist mit den Pressemitarbeitern der Adcada, die bewusst tolle Geschichten in die Welt schickten. Zum Beispiel zur angeblich gut laufenden Maskenproduktion. Wie kann es sein, dass aufmerksame Nachbarn und Mitarbeiter seit Wochen sagen, da sei nichts los…..

Interessant ist auch die Frage nach der Verantwortung von Juristen im Vorstand der Adcada im Ausland und Inland für die Beratung von Produkten usw.

Wie kann es sein, dass die Sparkasse vor Ort die Konten führt und damit die Beute – die Anlegergelder – den Damen und Herren von der Adcada zuführt. Thomas Bremer von diebewertung.de fragte bereits vor Monaten, warum die Sparkasse nicht einfach alle Spareinlagen ihrer Kunden in der Region der Adcada überlässt, wo man doch dort so tolle Zinsen bekommt auf sein Geld.

Warum die Justiz so lange braucht, weiß kein Mensch.

Jetzt muss der Insolvenzverwalter ran, hoffentlich arbeitet er schnell und ordentlich. Außerdem müssen die Gesetze verschärft werden, aber das ist ein anderes Thema….