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Adcada – Aufsicht hebt erneut den Finger – ADCADA.healthcare Bond – Prospekt fehlt

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Die Adcada Unternehmensgruppe kommt nicht zu Ruhe, schon wieder eine offizielle Intervention der Aufsicht, vor Ort geht es wohl Schlag auf Schlag – Polizei, Staatsanwaltschaft durchsuchten die Räume, die Aufsicht verbot eine Anlage und jetzt das:

Die Aufsichtsbehörde Bundesanstalt für Finanzdienstleistung weist in einer aktuellen Veröffentlichung darauf hin, dass die ADCADA.healthcare Bond ohne den erforderlichen Prospekt vertrieben wird. 

Prospekte – gesetzlich vorgeschrieben

Der Zweck eines Prospekts liegt darin, dem Publikum ein zutreffendes Urteil über die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Finanzlage, die Gewinne und Verluste und die zukünftige Entwicklung des Emittenten sowie die mit den Wertpapieren verbundenen Rechte zu ermöglichen. Der Wertpapierprospekt muss daher sämtliche Angaben enthalten, die für eine solche Beurteilung notwendig sind.

So schreibt die Aufsichtsbehörde – „Bitte bedenken Sie, dass Investitionen in Wertpapiere immer nur auf der Grundlage der erforderlichen Informationen getätigt werden sollten.“

Prospekte dienen der Waffengleichheit. Der Investor kann sich ansonsten kaum ein Bild über seine Kapitalanlage machen.

Prospekte sind teuer und nervig

Fehlende oder falsche Prospekte führen zur möglichen persönlichen Haftung von Hinterleuten, Strafen wegen unerlaubter Geschäfte, Rückabwicklungsansprüchen von Investoren und Warnhinweisen der Aufsicht und Untersagungsverfügungen und Rückabwicklungsverfügungen der Aufsicht. Der Gesetzgeber hat immer weiteren Geldanlagen Prospektpflichten zugeordnet. Die Erstellung ist aber teuer und aufwendig, so dass die Möglichkeit gesucht wird prospektfrei tätig zu werden.

Prospektfreie Geldanlagen sind rar und schwierig zu gestalten

Experten wie Dr. Werner aus Göttingen (Finanzieren ohne Bank) weisen in ihren Veröffentlichungen immer wieder darauf hin, dass die Bereichsausnahmen des Vermögensanlagegesetzes und der Wertpapierrechts streng einzuhalten sind. Wer öffentliche Angebote falsch oder in zu großer Stückzahl anbietet, bekommt Ärger mit der Aufsicht….

Diesen Ärger hat der Chef Benjamin Kühn jetzt: neben den Formalien ist aber viel dringender die Frage, ob das Angebot von 12% Zinsen im Jahr überhaupt seriös ist. Aber das ist eine andere Frage.